Von vorOrt.news

Viel zu wenig Geld für Pflegekräfte

Scharfe Kritik der Ambulanten Krankenpflege Tutzing an Söder wegen des Landespflegegelds

Heil-Armin1.jpg
Armin Heil fordert bessere Bezahlung für Pflegekräfte © L.G.

Eigentlich ist Armin Heil nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Aber dem Geschäftsführer der Ambulanten Krankenpflege Tutzing schien am Samstag bei deren Mitgliederversammlung schier der Kragen zu platzen. Das war, als er auf die Bezahlung von Pflegekräften zu sprechen kam. „Das ist ein starkes Stück vom neuen Ministerpräsidenten“, entfuhr es ihm. Damit meinte er das vom bayerischen Regierungschef Markus Söder versprochene „bayerische Landespflegegeld“.

Was da genau geplant ist, teilen Söder und seine Gesundheitsministerin Melanie Huml per Internet folgendermaßen mit: „Wir investieren dafür 400 Mio. Euro, damit Pflegebedürftige in Bayern ab Pflegegrad 2 pro Jahr 1.000 Euro zusätzlich bekommen - und zwar schnell und unbürokratisch.“ Heil konnte es schier nicht fassen: „Ich hätte mich gefreut“, sagte er, „wenn er die 400 Millionen in das Pflegesystem stecken würde, damit die Rahmenbedingungen besser werden.“

44,76 Euro je Stunde für eine Pflegekraft: "Was eine Autoreparatur kostet, weiß man"

Ambu8.jpg
Hervorragende Arbeit für wenig Geld: Zentrale der Ambulanten Krankenpflege in Tutzing

Dann erläuterte Heil sehr konkret, was er damit genau meinte. Er verwies auf die von den Wohlfahrtsverbänden mit den Krankenkassen ausgehandelten Stundensätze, die zurzeit abgerechnet werden können: 44,76 Euro für eine Pflegefachkraft und 24,12 Euro für eine Hauswirtschaftsversorgung. Diese Sätze stehen im „Vertrag gemäß § 89 SGB XI vom 26.10.2017 über die Vergütung der Leistungen der häuslichen Pflegehilfe“. Sie gelten für Pflegedienste, die bei einem der an diesem Vertrag beteiligten Verbände der Leistungserbringer organisiert sind. Die Bezahlung für die Pflege wird landauf, landab als viel zu gering kritisiert. Heil verglich sie mit Stundensätzen in anderen Berufen. Beispielhaft nannte er 60 Euro für eine Massage und 80 bis 90 Euro für einen Osteopathen. „Was eine Autoreparatur kostet, weiß man“, ergänzte er.

Anzeige
Valemtinstag-26-Banner3.png

Bürgermeisterin Greinwald: Politik beschäftigt sich lieber mit anderen Sachen

Nachdrücklich forderte Heil: „Wir müssen daran arbeiten, dass die Krankenkassen und Pflegekassen die Sätze erhöhen.“ Auch Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald bezeichnete es bei der Versammlung als Skandal, dass dem Pflegeberuf durch die zu geringe Bezahlung so wenig Wertschätzung entgegengebracht werde. „Da muss die Politik reagieren“, folgerte sie, „aber sie beschäftigt sich lieber mit anderen Sachen.“

Quelle Titelbild: L.G.
ID: 925
Über den Autor

vorOrt.news

Kommentar hinzufügen

Anmelden , um einen Kommentar zu hinterlassen.