Es ist "das letzte Abenteuer". So hat es Josef Stümpfl im vorigen Jahr formuliert, als die Tutzinger Jugendfeuerwehr ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Stümpfl, später leitender Branddirektor der Münchner Berufsfeuerwehr, war von 1971 bis 1977 der erste Jugendwart der Tutzinger Feuerwehr. Eine Ausstellung mit dem Titel „Zeit für junge Helden“ vermittelt vom 22. Juni an im Tutzinger Rathaus einen Eindruck von den vielfältigen Aufgaben der Jugendfeuerwehr und ihrer Bedeutung für die Gemeinde Tutzing.
Insgesamt gibt es im Landkreis Starnberg 44 Feuerwehren und 43 Jugendfeuerwehren. Die Tutzinger Jugendfeuerwehr ist eine der größten von ihnen neben denen in Gauting, Krailling und Unterbrunn. Von derzeit 91 Mitgliedern der Tutzinger Feuerwehr sind allein 32 bei der Jugendfeuerwehr. Sie verbringen bei ihr eine spannende Zeit mit interessanten und lehrreichen Aufgaben, aber auch mit zahlreichen Freizeitaktivitäten. Von Zeltlagern über Ausflüge bis zu allen möglichen Veranstaltungen spannt sich der Bogen. Es gibt auch einen Jugendraum mit Dart-Automat, Spielen und einem Fernseher.
Um das alles kümmert sich der heutige Jugendwart Christoph Knobloch mit seinem siebenköpfigen Team engagiert, ähnlich wie seine Vorgänger Stümpfl, Rudi Block (1977-1982), Andreas Schumann (1982-1987), Peter Englaender (1987-1988), Wilfried Hauer (1988-1993), Gerold Sturm (1993-2006) und Andreas Binder (2006-2015). Von den derzeitigen Führungskräften der Feuerwehr waren die meisten früher bei der Jugendfeuerwehr, so der Vereinsvorsitzende Gerold Sturm und sein Stellvertreter Boris Wolff genauso wie der Kommandant Markus Kuisl.
Dienstags um 18.30 Uhr sind Buben und Mädels ab zwölf im Feuerhaus willkommen
Interessierte Buben und Mädchen ab zwölf Jahren seien immer willkommen, sagt Jugendwart Christoph Knobloch - am besten dienstags von 18.30 bis 19.30 Uhr im Feuerhaus an der Oskar-Schüler-Straße, dann ist dort Übungszeit. Mehr als die Hälfte ist unter 14 Jahre. Auch sieben Mädchen sind dabei, was nicht unbedingt bei allen Feuerwehren selbstverständlich ist.
Früher hatten die Zwölfjährigen bei der Feuerwehr noch nichts zu suchen. Joachim Grotz, einer aus der ersten Stunde, ist mit 14 Jahren oft „ums Feuerhaus herumgeschlichen“, wie er sich erinnert - bis ihm endlich ein Aufnahmeformular hingelegt wurde. Mit den Grundstein gelegt haben seinerzeit Ludwig Brod, Andreas Chowanetz, Klaus Greif, Hans Großbuchberger, Helmut Henning, Gregor Müller, Peter Riedelsheimer und Michael Zistl junior. Zunächst sind die Jugendlichen „mitgelaufen“, erinnert sich Stümpfl - bis die Jugendfeuerwehr dann richtig organisiert wurde.
Spektakuläre Vorführungen und Wettkämpfe
„Zeit für junge Helden“ wird die Ausstellung über die Jugendfeuerwehr im Rathaus genannt. Damit wird das diesjährige Motto der Rathausausstellungen aufgegriffen, die jugendliches Engagement für Tutzing unter Beweis stellen.
Die Ausstellung basiert auf einer Dokumentation der Entwicklung, der Aufgaben und der Leistungen der Jugendfeuerwehr, die Jugendwart Christoph Knobloch anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums im vorigen Jahr zusammengestellt hat. In zehn Kapiteln lässt die Ausstellung die Entwicklung der Jugendfeuerwehr Revue passieren, berichtet von Einsätzen und Aufräumaktionen, informiert über Ausbildung und Gemeinschaftsleben, erzählt von Verantwortung und Erfolgen und lässt spektakuläre Vorführungen und Wettkämpfe lebendig werden.
Seit ihrer Gründung vor fünf Jahrzehnten bildet Tutzings Jugendfeuerwehr kontinuierlich Nachwuchs aus. Die Gemeinde Tutzing möchte sich mit dieser Ausstellung nach Angaben der Organisatoren bei der Jugendfeuerwehr und bei allen Verantwortlichen, die sie in 50 Jahren begleitet und geformt haben, bedanken.
Zeit für junge Helden - 50 Jahre Jugendfeuerwehr Tutzing
Eine Ausstellung der Jugendfeuerwehr Tutzing und der Gemeinde Tutzing
Schirmherr: Kreisbrandrat Peter Bauch
22. Juni bis 26. Oktober 2018
Rathaus Tutzing
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 8 bis 12 Uhr und Dienstag von 14 bis 18 Uhr
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