Fernsehmoderator Jörg Pilawa war am Mittwochabend als falscher Polizist unterwegs - in der investigativen RTL-Sendung "Mario Barth räumt auf!" Da war's für eine 82-jährige Tutzingerin aber schon zu spät. Unbekannte Anrufer haben sie bereits am Dienstag in ein Gespräch verwickelt und ihr genau das vorgegaukelt, was auch bei Pilawa Thema war: Ein Einbruch in ihr Haus stehe unmittelbar bevor.
Die Täter scheinen sich recht geschickt verhalten zu haben. Die Seniorin glaubte ihnen jedenfalls nicht nur, dass sie Polizisten waren. Sie händigte einer Person, die kurz darauf zu ihr geschickt wurde, sogar mehrere tauend Euro aus. So sollten ihre Ersparnisse geschützt werden, machten ihr die frechen Diebe weis.
Erst als alles vorbei war, kamen der Dame Zweifel. Sie verständigte die Polizei. Aber das Geld war weg.
Wenn Polizisten vor der Tür stehen, werden die meisten Menschen wohl nicht auf die Idee kommen, dass es sich um keine echten Beamten handeln könnte. Denn die Betrüger sehen oft wirklich täuschend echt aus. Offenbar gibt es Möglichkeiten, an passende Uniformen zu kommen. Pilawa sagte in der Fernsehsendung, die Täter seien oft so gut geschult, "dass fast jeder darauf reinfällt". Es gibt aber eine ganze Reihe von Verhaltenstipps, mit denen man selbst vielleicht doch einem Verbrechen vorbeugen und sich schützen kann (siehe unten).
Wichtig ist es auch, genau auf Details zu achten. So haben die Verbrecher oft eine ganze Palette von Tricks parat. In Tutzing haben sie zum Beispiel gegenüber ihrem Opfer den Verdacht geäußert, dass die Barschaft der Seniorin aus Falschgeld bestehen könnte.
Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen übernommen. Sie bittet nun um Zeugenhinweise: Wem ist ein etwa 40 Jahre alter, etwa 1,75 Meter großer Mann aufgefallen, der ohne Jacke, bekleidet nur mit einem weißen Oberteil, zwischen 11.30 Uhr und 14 Uhr in Tutzing unterwegs war? Hinweise nimmt die Kripo Fürstenfeldbruck unter der Telefonnummer 08141-6120 entgegen.
Warnhinweise: Die Polizei ruft niemals unter der Nummer 110 an
Weil davon auszugehen ist, dass diese Betrugsmasche von den Tätern fortgesetzt wird, bittet die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck, die folgenden Verhaltenstipps zu beachten.
Seien Sie grundsätzlich misstrauisch bei derartigen Anrufen!
Die Täter nutzen häufig einen technischen Trick, durch den die Notrufnummer 110 im Display angezeigt wird. Beachten Sie: Die Polizei ruft Sie niemals unter der Notrufnummer 110 an!
Beenden sie im Zweifelsfall das Gespräch schnellstmöglich, ohne persönliche Daten bzw. Informationen über vorhandene Wertgegenstände oder Bargeld preiszugeben!
Gehen Sie nicht auf Forderungen zur Übergabe von Geldbeträgen oder Wertgegenständen ein!
Rufen Sie im Zweifelsfall die Polizei unter einer dem Telefonbuch entnommenen Telefonnummer an, in eiligen Fällen auch unter der Notrufnummer 110!
Die Telefonnummer der Starnberger Polizei: Tel. 08151/3640
Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung!
Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit: Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis!
Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie diese vor dem Vorgehen der Täter!
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