Sie hält es für wichtig, dass auch die junge Generation im Pfarrgemeinderat vertreten ist: Die 25 Jahre alte Theresa Feldhütter hat bei der Wahl am Sonntag die meisten Stimmen erhalten. Die Tutzingerin, die im vorigen Jahr die Braut bei der historischen Fischerhochzeit war, hat vorOrt.news einige Fragen beantwortet.
Wie würdest du dein Verhältnis zur Kirche beschreiben?
Theresa Feldhütter: Kirche bedeutet für mich Pfarreileben. Auch überregional gibt es schöne Aktionen wie Veranstaltungen der Katholischen Jugendstelle Weilheim, wie zum Beispiel die jährliche Jugendwallfahrt zur Wieskirche. Hier habe ich mich schon öfters engagiert und mitgeholfen. Der Amtskirche stehe ich eher kritisch gegenüber. Es muss sich vieles ändern, wenn Kirche Überlebenschance haben will. Ein Lichtblick ist jedoch Papst Franziskus.
Was hast du bisher schon in der Tutzinger Pfarrgemeinde gemacht und wie hast du sie erlebt?
Theresa Feldhütter: Von klein auf durfte ich die Gemeinschaft in unserer Pfarrei St. Joseph Tutzing miterleben und wurde nach der Erstkommunion Ministrantin. Früher habe ich selbst an Gruppenstunden und Zeltlagern teilgenommen. Später war ich dann Gruppenleiterin und habe Aktionen gemeinsam mit anderen Jugendlichen geplant und bei der Durchführung geholfen. Besonders nach Jugendfahrten in den Ort „Taizé“ kam man wieder bestärkt in seine Pfarrei zurück. Die letzten vier Jahre war ich schon als Jugendvertreterin im Pfarrgemeinderat tätig. Ich habe in unserer Pfarrei viele schöne Erlebnisse gesammelt und konnte durch solche Gemeinschaftsaktionen, vor allem in meiner Jugendzeit, gemeinsam Glauben erleben und ihn vertiefen.
Die Wahlbeteiligung gerade junger Menschen bei der Pfarrgemeinderatswahl war sehr gering. Du hast aber sogar kandidiert. Mit welcher Motivation?
Theresa Feldhütter: Ich finde es wichtig, dass sich ein Pfarrgemeinderat aus Personen unterschiedlichen Alters zusammensetzt. Gerade die bunte Vielfalt macht es aus. Deshalb ist es wichtig, dass auch die junge Generation vertreten ist. So können wir versuchen, junge Menschen für das Pfarreileben zu begeistern.
Wie siehst du die schwache Wahlbeteiligung junger Menschen? Könnte man daran etwas ändern?
Theresa Feldhütter: Junge Menschen haben heutzutage ein riesiges Angebot an Freizeitmöglichkeiten und Angebote der Kirche sind bei vielen Jugendlichen nicht attraktiv. Glaube und Kirche sehen viele junge Menschen als veraltet an und werden auch häufig nicht mehr durch ihre Familie herangeführt. Junge Erwachsene sind zwar noch in Tutzing gemeldet, haben aber ihren Lebensmittelpunkt aufgrund von Studium oder Beruf in anderen Städten. Auch bei politischen Wahlen muss man feststellen, dass die Wahlbeteiligung bei jungen Menschen sehr gering ist. Dies hat man auch bei unserer Bürgermeisterwahl gesehen.
Was willst oder kannst du im Pfarrgemeinderat erreichen, was ist dir wichtig?
Theresa Feldhütter: Im Pfarrgemeinderat möchte ich weiterhin ein lebendiges Mitglied sein. Da ich in meiner Jugend selbst in unserer Pfarrei viele schöne Erlebnisse sammeln durfte, möchte ich mich besonders für die junge Generation einsetzen. Gerade junge Menschen entfernen sich heutzutage immer mehr von der Kirche. Ich möchte ihnen eine Möglichkeit geben, ein Gefühl von Gemeinschaft zu erleben und ihren Glauben zu vertiefen. Gemeinsam haben wir eine Gruppe für Junge Erwachsene ab 18 Jahren gegründet, die Christliche Jugend Tutzing (CJT). Wir treffen uns einmal im Monat zu gemeinsamen Aktionen wie zum Beispiel Bowlen in Andechs, gemeinsam Pizza backen, Sommeraktion am See, grillen…
Zur Person: Theresa Feldhütter
Theresa Feldhütter ist zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Agnes in Tutzing aufgewachsen und in diesem Ort groß geworden. Auch ihre Großfamilie ist sehr in Tutzing verwurzelt und eine alt eingesessene Familie im Ort. Viele ihrer Familienmitglieder wohnen in Tutzing. Studiert hat sie Soziale Arbeit im schönen Benediktbeuern. Seit zweieinhalb Jahren arbeitet sie in München in einer heilpädagogischen Tagesstätte für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, die besondere Förderung brauchen. In ihrer Freizeit ist sie gern in der Natur, fährt mit dem Fahrrad und auf dem Starnberger See Kanu. Im Winter geht sie zum Skifahren. "Da ich ein Familienmensch bin", betont sie, "ist mir meine Großfamilie, von der viele in Tutzing wohnen, wichtig."
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