Gemeindeleben
14.12.2018
Von vorOrt.news

Im Advent mit zwei Blockflöten

Das 14. Türchen hat sich an der Fiedererstraße geöffnet - Morgen schon um 17 Uhr bei Schuh-Traum

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Stimmungsvolle Adventsfeier mit Blockflöten heute Abend in der Fiedererstraße © L.G.

Seit vielen Jahren hatten sie nicht mehr zusammen gespielt - aber heute Abend war es soweit: Stephanie von Bentzel und Claudia Riedl haben mit ihren Blockflöten für die musikalische Begleitung gesorgt, als in der Fiedererstraße das 14. Türchen des Lebendigen Adventskalenders geöffnet wurde. Das war eine gut gelungene Unterstützung für das Lied "Im Advent, im Advent", das fest zu jedem Abend dieser nun schon recht beliebten kleinen Reihe in Tutzing gehört. Gastgeber war diesmal die Familie Riedl/Wilharm. Anschließend gab es einen kleinen Höhepunkt des Abends: Conrad (10 Jahre) und Mathilde (3) bestiegen Stühle und trugen wunderbar ein weihnachtliches Gedicht vor. Bei Wärmung von innen und außen mit Glühwein und Feuer klang der stimmungsvolle Abend aus.

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Mathilde und Conrad waren auf den Stühlen gut zu sehen
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Wärmende Feuer entfachten besinnliche Stmmung

Es ist faszinierend, wie die Gastgeber des Adventskalenders jeden Abend auf andere, ganz individuelle Weise Besinnlichkeit, Romantik und festliche Stimmung herbeizaubern. Intersport Thallmair beispielsweise, gerade noch von geschäftigem Leben erfüllt, war am Donnerstagabend plötzlich wie verwandelt: Es gab gedämmtes Licht, Tannenzweige und Kerzen auf den Tischen unter einem großen Bild mit schneebeckten Bergen, dazu gut gewürzten heißenApfelsaft mit oder ohne einen Schuss Alkohol, wohlschmeckende Platzerl und eine nachdenklich stimmende Weihnachtsbotschaft des Bischofs Scharf, die Monika Neumann vorlas:

"Indem Gott Mensch wird, befiehlt er nicht mehr aus der Ferne: Liebet einander. Sondern er selbst als Mensch macht Ernst damit, Frieden zu stiften unter den Menschen. Über die ganze Erde hin, zwischen Juden und Samaritern, zwischen Juden-Christen und Heiden-Christen, zwischen den unterworfenen Völkern und den herrschenden Römern, zwischen Abendland und Morgenland, den Menschen des Westens und den Menschen des Ostens. Und so heißt, den Juden oder denn Polen oder den Russen oder den Chinesen hassen, Jesus Christus hassen."

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Lauschiges Ambiente und schneebedeckte Berge: Am Donnerstagabend bei Thallmair

Unter dem Motto „Zusammen ist man nicht allein“ öffnet sich seit dem 1. Dezember jeden Tag an einem anderen Tutzinger Ort eine Tür. Die Gastgeber sind Geschäftsleute, Familien, Vereine, Kirchen und Kindergärten. Weiter geht es morgen, am Samstag, ausnahmsweise schon um 17 Uhr im Geschäft Schuh-Traum in der Hauptstr. 40. Sonst ist immer um 18 Uhr Beginn.

Mit dabei waren in diesem Jahr unter anderem schon die Buchhandlung Held, die Diemendorfer beim Trachtenheim, Stefanie Knittl, das Café Käthe, der Laden Präsent, der Kindergarten Arche Noah und die Familie Kolle. Beim Tutzinger Förderkreis für Tourismus am Vetterlhaus hat der Gospelchor „Rock’n’Water“ gesungen, am Beringerweg haben Susanne Mössinger und Klaus Nagel zu diesem Zweck eigens eine Garage ausgeräumt.

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Die Drehorgelspielerin bei der Familie Behrens-Ramberg
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Die Schaufenster des Spielwarengeschäfts Hoyer vor der Öffnung

Alle Beteiligten denken sich etwas Besonderes aus. Am Mittwoch hatte Andrea Behrens-Ramberg schon den Weg zu ihrem Haus mit Lichtern geschmückt. Als sich die zwölfte Tür - in diesem Fall das Garagentor - öffnete, stand drinnen eine Drehorgelspielerin, die weihnachtliche Musik anstimmte, und auf einem Tisch stand schmackhaftes Chili-con-carne zum Verzehr bereit, das Wolfgang Behrens-Ramberg zubereitet hatte. Tags zuvor, im Geschäft "Hofrat" bei Martina Erb und Petra Schepull, trug die Tutzinger Erzählerin Christine Obermeyr zwei recht ausgefallene weihnachtliche Geschichten vor. Die eine handelte von einem Spatz, der von der bevorstehenden Ankunft von Gottes Sohn erfuhr und vergeblich versuchte, den Menschen davon zu berichten, bevor er endlich bei den Tieren Erfolg damit hatte. In der anderen Geschichte waren drei Bäume auf dem Weg nach Bethlehem die Hauptfiguren: ein Feigenbaum, ein Olivenbaum und eine Tanne, die der Heiligen Familie passende Geschenke überbrachten: eine Feige, eine Olive - aber die Tanne war ein wenig ratlos. Als sie sah, dass Maria eine Kerze in der Hand hielt und offenbar nicht wusste, wohin sie damit sollte, streckte die Tanne ihr einen Zweig hin, Maria stellte die Kerze auf ihn - und der Weihnachtsbaum war geboren.

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Die Spannung steigt - die Verkleidung wird geöffnet
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Martina Erb und Petra Schepull vom "Hofrat"

Spannend war es am Montagabend beim Spielwarengeschäft Hoyer in der Kirchenstraße. Dessen Schaufenster waren zuvor eine Weile verhängt gewesen. Am Montag öffnete sich dann das zehnte Türchen des lebendigen Adventskalenders. Nach einer kurzen Begrüßung durch Anita Piesch, die Vorsitzende des Tutzinger Verschönerungsvereins, und Geschäftsinhaberin Erica Hoyer kam zur sichtlichen Freude der Gäste, darunter vieler Kinder, die Überraschung zum Vorschein: Es sind ideenreich gestaltete Episoden der Weihnachtsgeschichte in Form von Scherenschnitten. Bianca Hoyer, die Tochter von Erica Hoyer, hatte das alles seit Anfang November sorgsam angefertigt - die Idee entwickelt, schwarzen Karton besorgt, die Skizzen entworfen, die Figuren und sonstigen Teile ausgeschnitten und schließlich alles an den Fenstern befestigt. Mitgeholfen hat auch ihr Bruder Phillip Hoyer. Beim lebendigen Adventskalender waren sie natürlich alle dabei, genauso wie Amelie, die fünf Monate alte Tochter von Bianca Hoyer.

Die Grundidee, die hinter der Aktion steht, ist die Einladung an Menschen, sich zu begegnen. "Es kommen vielleicht Menschen zusammen, die sich sonst nicht begegnen würden", sagt Organisatorin Anita Piesch. Sie ist ganz begeistert vom Ideenreichtum der Bürger und Geschäfte, die sich am lebendigen Adventskalender beteiligen. Die Weihnachtsgeschichte an den Fenstern von Hoyer wird übrigens noch bis zu den Feiertagen zu sehen sein:

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Alle Gastgeber des Lebendigen Adventskalender 2018:

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Vorweihnachtliche Stimmung herrscht zurzeit jeden Abend in Tutzing

Beginn immer um 18 Uhr, falls nicht anders angegeben

1. Dezember
Buchhandlung Held
Hauptstr. 70

2. Dezember
Die Diemendorfer
Trachtenheim/Maibaum Diemendorf

3. Dezember
Stefanie Knittl
Hauptstr. 93

4. Dezember
Cafe Käthe
Hallbergerallee 14

5. Dezember
Präsent
Bräuhausstr. 2a

6. Dezember
Arche Noah
Am Kallerbach 4

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Die Treffen beim lebendigen Adventskalender bieten auch immer willkommene Gelegenheiten zur Kommunikation

7. Dezember
Tutzinger Förderverein für Tourismus e.V
Vetterlhaus, Leidlstr. 1

8. Dezember
Familie Kolle, Simone-Ferber-Str. 4

9. Dezember
Susanne Mössinger/Klaus Nagel, Beringerweg 8

10. Dezember
Spielwaren Hoyer
Kirchenstr. 5

11. Dezember
HOFRAT
Traubinger Str. 4

12. Dezember
Familie Behrens-Ramberg, Hauptstr. 72

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Familien und Geschäfte beteiligen sich jeden Abend

13. Dezember
Intersport Thallmair
Traubinger Str. 2 / Ecke Hauptstraße

14. Dezember
Familie Riedl / Wilharm
Fiederer Str. 1a

15. Dezember
Schuh-Traum (Beginn: 17 Uhr)
Hauptstr. 40

16. Dezember
Familie Fischer
Zugspitzstr. 54

17. Dezember
Ambulante Krankenpflege Tutzing e.V.
Traubinger Str. 6

18. Dezember
Nina Möller/Mama Chor
Lindemannstr. 16

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Einladung an Menschen, sich zu begegnen: Der Heilige Abend 2017 nach der Christmette im Brunnenhof der katholischen Kirche St. Joseph © Alle Fotos: L.G.

19. Dezember
Pfarrgemeinde St. Joseph
Roncalli-Haus, Kirchenstr. 10

20. Dezember
Familie Thun und Familie Lorenz
Haydnstr. 2

21. Dezember
"Märchenorgel"
Familie Brühl-Störlein
Christuskirche, Hörmannstr. 8

22. Dezember
Familie Schwarzer
Hauptstr. 113a (Zugang über Klenzestr.)

23. Dezember
Familie Klement
Am Schorn 56

24. Dezember
St. Joseph/Christuskirche
Einladung zu den Gottesdiensten

Quelle Titelbild: L.G.
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