Gemeindeleben
8.10.2018
Von vorOrt.news

Eine Ader erwischt

Aus der Baustelle am Beringerweg tritt Schichtenwasser aus - Baufirma hofft Schaden bald beheben zu können

Von einer Überschwemmung zu reden, wäre übertrieben. Aber Wasser läuft derzeit permanent aus der Baustelle am Beringerweg hinunter auf die Lindemannstraße, genau in die Bahnunterführung hinein. Das Nass tritt gut erkennbar aus einem Rohr aus.

"Das ist Schichtwasser aus dem Hang", sagte dazu heute auf Anfrage ein Mitarbeiter der zuständigen Firma KM-Wohnbau in Haar bei München. Dies bestätigt auch Marcus Grätz, der Geschäftsleiter der Gemeinde Tutzing. Die zuständige Firma werde das Problem so schnell wie möglich lösen. „Schichtwasser“, meist „Schichtenwasser“ oder auch „Stauwasser“ genannt, versickert nicht oder wenig, weil es sich auf nicht oder kaum wasserdurchlässigen Bodenschichten befindet. Gegenüber dem tieferen Grundwasser gilt es als gefährlicher für Bauwerke.

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Die Straße neben der Baustelle ist zurzeit recht nass © L.G.

Die Bauarbeiten auf dem Hanggrundstück laufen seit Mitte dieses Jahres. Dabei sind bisher schon recht starke Abgrabungen vorgenommen worden. Bisher sei dabei nichts passiert, sagte der Mitarbeiter von KM-Wohnbau: "Aber jetzt haben wir eine Ader erwischt." Er gab sich zuversichtlich, das Problem heute oder spätestens morgen in den Griff bekommen zu können.

Errichtet werden an dieser Stelle zwei Mehrfamilienhäuser. In den Gebäuden sollen nach den Planungen 23 Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen entstehen. Die Firma KM-Wohnbau führt das Projekt unter der Bezeichnung „Sonnendeck Tutzing“.

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Das Wasser tritt aus einem Rohr auf der Baustelle aus © L.G.

Probleme bei anderen Bauarbeiten in diesem Bereich sind in Tutzing noch gut in Erinnerung: Als vor sechs Jahren die neue Bahnunterführung an der Lindemannstraße errichtet wurde, stoppten dicke Schwierigkeiten die Arbeiten für eine ganze Weile.

Über die Ursachen gab es unterschiedliche Angaben. Die Deutsche Bahn führte als Grund einen Wassereinbruch an, und zwar wegen einer nicht bekannten und nicht in den Plänen der Wasserversorgung enthaltenen wasserführenden Leitung.

Der Wasserreferent des Gemeinderats, Wolfgang Marchner, verwies dagegen darauf, dass eine Wasserleitung im Vorgriff auf die Erneuerung der Unterführung schon Jahre vorher stillgelegt und 30 Meter hangaufwärts neu verlegt worden sei.

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Wasserprobleme haben auch schon den Bau der Unterführung behindert © L.G.

Die Baustelle der Unterführung war damals ein von Schaulustigen viel besuchter Ort. Anwohner wunderten sich gar nicht so sehr. An diesem Hang, erzählten sie sich, sei oft Wasser zu sehen. Ein Ingenieur bezeichnete es als "ein trauriges Feld", dass bei Bauvorhaben immer wieder auf - nicht selten Jahrzehnte alte - Leitungen gestoßen werde, die nicht dokumentiert seien.

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Die meisten Autofahrer reduzieren ihr Tempo, offenkundig überrascht vom Wasser auf der Straße bei ansonsten trockenem Wetter © L.G.

Die Nässe im Bereich der Unterführung irritiert die Autofahrer sichtlich. Viele von ihnen verlangsamen kurz das Tempo. Andere sehen dazu keinen Anlass. Dann spritzt es gelegentlich, aber eine Aquaplaning-Gefahr scheint es nicht zu geben.

Quelle Titelbild: L.G.
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