Das Seehof-Grundstück als Parkplatz: Diese Möglichkeit wird in Tutzing immer wieder mal ins Gespräch gebracht - jedenfalls für die vielleicht noch durchaus längere Zeit des Leerstands. Mit so einer Lösung, meinen manche, wäre allen geholfen: Der Eigentümer hätte ein paar Einnahmen, die Tutzinger oder auch Gäste hätten Parkplätze in See- und Ortsnähe. Wie das ausschauen könnte, das konnte man heute sehen: Das Seehof-Gelände war ziemlich zugeparkt. Eine Probe, ob die Nutzung dieses Areals als Parkplatz funktionieren könnte? Nein, das war nicht der Grund. Nebenan im Schloss, in den Räumen der Evangelischen Akademie, findet heute und morgen eine Firmenveranstaltung statt. Und für deren Besucher ist der Seehof als Parkplatz geöffnet worden. Eine Dauerlösung ist es also offenbar nicht.
Es handelt sich um eine Veranstaltung des IT-Unternehmens Lobster. Dr. Martin Fischer, der in Tutzing wohnt und seine Firma auch in Tutzing gegründet hat, ist derzeit dabei, mit seinem Unternehmen wieder in diese Gemeinde zurückzukehren, nachdem er sie vor ein paar Jahren nach Starnberg und dann nach Pöcking verlegt hatte. Auf dem ehemaligen Areal von Boehringer Mannheim und Roche will er eine neue Firmenzentrale errichten. Der Entwurf für das Gebäude an der Ecke Bahnhofstraße/Bräuhausstraße hat kürzlich im Gemeinderat viel Anklang gefunden. Mit seinem Unternehmen Lobster und etwa 100 Mitarbeitern nimmt sich Fischer eines zentralen Problems der IT-Welt an: Er bietet Lösungen für die Kommunikationsschwierigkeiten der unterschiedlichen Programme. Dass Daten schnell und korrekt ausgetauscht werden können, gilt sonst nicht immer als gewährleistet. In der Fachwelt läuft diese Thematik unter Begriffen wie EDI (Electronic Data Interchange) oder EAI (Enterprise Application Integration). „Mit Lobster werden Datenkonvertierung und Datenintegration zum Kinderspiel“, schreibt das Unternehmen auf seiner Homepage. Einen entsprechenden Titel hatte heute bei der Veranstaltung im Schloss einer der Vorträge: „Wo bitte ist das Problem?“ Nach diesem Motto wurde, wie man sieht, auch die Frage beantwortet, wo die Besucher parken können.

Kommentar hinzufügen
Kommentare