Geschenke für bedürftige Kinder in aller Welt ermöglicht die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Drei Annahmestellen gibt es in Tutzing: Spielwaren Hoyer in der Kirchenstraße 5 und den Tutzinger Getränkemarkt in der Traubinger Straße 10 sowie die Familie Friesenegger in Diemendorf 13.
Von Tutzing bis Murnau wird gepackt
In der hiesigen Region, die von Murnau bis Tutzing und von Bad Tölz bis Wessobrunn reicht, sind im vorigen Jahr 1153 Päckchen zusammengekommen, sagt Organisatorin Brigitte Lautenbacher aus Bauerbach, die vielen auch als Mitglied des evangelischen Kirchenvorstands von Tutzing bekannt ist. Sie gehört zu den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern, die in tausenden Orten auf die Aktion aufmerksam machen und die Menschen zur Teilnahme animieren.
Aktion in der Weilheimer Fußgängerzone - ein Vorbild für Tutzing?
Am Samstag wurde eine Packaktion in der Weilheimer Fußgängerzone, vor dem Drogeriemarkt Müller, veranstaltet. In möglichst kurzer Zeit suchten viele Leute in drei Geschäften Passendes aus und packten ihre Kartons. Eine ähnliche Aktion vor mehreren Geschäften würde Brigitte Lautenbacher auch gern einmal in Tutzing organisieren, doch hat sie dafür noch keinen geeigneten Standort mit mehreren gut erreichbaren Läden gefunden.
„Weihnachten im Schuhkarton“ ist Teil der weltweit größten Geschenkaktion „Operation Christmas Child“. Am 15. November ist Abgabeschluss. Seit dem Start der Aktion vor mehr als 20 Jahren konnten schon über 146 Millionen Kinder zwischen zwei und 14 Jahren in mehr als 150 Ländern beschenkt werden. Gesammelt wurde in Australien, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Japan, Kanada, Liechtenstein, Neuseeland, Österreich, der Schweiz, Spanien, Südtirol und den USA.
Zum Geburtstag gab's ausschließlich Schuhkartons
Brigitte Lautenbacher hofft, dass es in diesem Jahr wieder mehr als 1000 Päckchen werden. Genügend Packmaterial hat sie noch: Zu ihrem 50. Geburtstag im vorigen Jahr hat sie sich ausschließlich Schuhkartons gewünscht, wie sie erzählt. „Wir haben das große Glück, in Deutschland auf die Welt gekommen zu sein“, sagt sie, „und es gibt so viele arme Menschen.“ Wenn man nur einmal weniger mit seiner Familie zum essen gehe, könne man für den ersparten Preis zwei oder drei Päckchen packen.
In Deutschland kamen bei 5273 Abgabestellen Sachspenden im Wert von mehr als 23 Millionen Euro zusammen. Kirchengemeinden wählen gemeinsam mit örtlichen Behörden und sozialen Institutionen jedes Jahr neu die Kinder aus, die oft im Rahmen einer Weihnachtsfeier ihr Geschenk erhalten. Geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter stellen sicher, dass die Päckchen qualitativ hochwertig sind.
Päckchen aus dem deutschsprachigen Raum werden vorwiegend in Osteuropa verteilt. Empfängerländer waren 2016 Bulgarien, Moldau, die Mongolei, Montenegro, Nordafrika, Polen, Rumänien, Serbien, die Slowakei und Weißrußland.
Was geschenkt werden sollte und was nicht
Als sinnvolle Geschenke gelten beispielsweise Kleidung, Spielzeug, Schulmaterial und Süßigkeiten wie Vollmilchschokolade, Bonbons oder Traubenzucker. Nicht eingepackt werden sollten gebrauchte Gegenstände, Zerbrechliches, Lebensmittel, geliermittelhaltige Süßigkeiten wie etwa Gummibärchen, Flüssigkeiten, Literatur, gefährliche Gegenstände und angstauslösende Dinge wie zum Beispiel Kriegsspielzeug.
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