Der Tutzinger Gemeinderat hat die Ernennung von Marlene Greinwald zur „Altbürgermeisterin“ beschlossen. Die Ehrenbezeichnung, die das Gesetz über kommunale Wahlbeamte und Wahlbeamtinnen im Artikel 29 vorsieht, soll der ehemaligen Rathauschefin im Rahmen einer Festveranstaltung verliehen werden. Die Entscheidung ist schon in nicht-öffentlicher Gemeinderatssitzung im Februar getroffen worden, wie Bürgermeister Ludwig Horn am Dienstag in der öffentlichen Sitzung berichtete.
Marlene Greinwald, die in Xanten am Niederrhein geboren ist, ist mit Martin Greinwald verheiratet, der aus einer der ältesten Tutzinger Fischerfamilien stammt. Die Umgestaltung des Greinwaldhofs an der Traubinger Straße zu einem der ersten biologisch geführten landwirtschaftlichen Betriebe der hiesigen Region trägt maßgeblich die Handschrift der 62 Jahre alten staatlich geprüften Wirtschafterin für Landbau.
Dem Tutzinger Gemeinderat hat sie 34 Jahre lang angehört. 1990 wurde sie erstmals für den „Parteilosen Wählerblock“ (PWB), der in den 1990er Jahren in „Freie Wähler“ umbenannt wurde, in das kommunale Gremium gewählt. Unter Bürgermeister Rudolf Krug wurde sie 2014 dritte Bürgermeisterin. Nach Krugs Tod wurde sie Anfang 2018 zur ersten Bürgermeisterin von Tutzing gewählt. Damit schafften die Freien Wähler von Tutzing, die den ÖDP-Kandidaten Krug schon 2014 unterstützt hatten, erstmals selbst den Sprung an die Rathausspitze. Im November 2023 unterlag Marlene Greinwald bei der Bürgermeisterwahl dem CSU-Kandidaten Ludwig Horn, der ihre Nachfolge Ende Januar dieses Jahres angetreten hat.
Dem Gemeinderat gehört Marlene Greinwald nicht mehr an, bei der Kommunalwahl 2020 hatte sie für ihn nicht kandidiert. Auf die Frage nach einer nochmaligen Kandidatur für den Gemeinderat sagte sie in einem Interview mit dem „Starnberger Merkur“: „Ich würde es nicht ausschließen, aber im Moment weiß ich es nicht.“
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