Recht viel Betrieb ist seit Tagen bei "Hin & Weg" an der Tutzinger Hauptstraße. Auch bei der Eröffnungsfeier am Samstag war das Interesse groß. Das neue Bistro hat sich bei allgemein guter Stimmung als gefragter Treffpunkt erwiesen.
Wegen des großen Andrangs wird schon personelle Verstärkung gesucht. Der Name ist Programm: „Hin & Weg“ steht für ein kulinarisches Angebot mit dem Flair der großen weiten Welt - eine schmackhafte Erkundung von Spezialitäten aus verschiedenen Regionen, quasi eine „Speise um die Welt“.
Verena Goslich beschreibt das Konzept so: „Wir haben eine wöchentlich wechselnde Mittagskarte mit jeweils vier internationalen Gerichten.“ Es soll jeweils eine Suppe, ein Fleischgericht, ein vegetarisches Gericht und ein Waffelgericht geben. Das ist eine der Besonderheiten: Zum Frühstück und zum Kaffee sollen leckere Waffeln mit verschiedensten Toppings sowohl süß als auch herzhaft angeboten werden.
Aufwertung des örtlichen Erscheinungsbilds
Das markante Bauwerk zwischen der Einmündung der Hallberger Allee und dem Guggerhof präsentiert sich nach der Sanierung und einem Anbau für Privatnutzung im hinteren Bereich in frischer und moderner Form, aber seine Tradition ist in vieler Hinsicht erhalten geblieben. Der Gastraum, in dem es etwa 20 Sitzplätze gibt, lässt sich mit großen Schiebetüren zu einer kleinen neuen Terrasse hin öffnen. An der Hallberger Allee und an der Hauptstraße sollen bei schönem Wetter etwa 20 weitere Plätze zur Verfügung stehen.
Zusammen mit einem breiteren Gehweg und Bäumen, die im Zuge der Straßensanierung vorgesehen sind, dürfte an dieser Stelle ein attraktives Ambiente das Tutzinger Ortszentrum beleben. Im Bauausschuss des Gemeinderats wurden Erwartungen geäußert, dass dies das Erscheinungsbild des Ortes bei der Ortseinfahrt von Süden aufwerte und dass auch die vorgesehene „Fußgänger-Achse Bahnhof-See“ unterstützt werde.
Die Öffnungszeiten sind zunächst Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 17 Uhr. Wenn die Belegschaft noch etwas mehr aufgebaut werden kann, soll auch am Freitagabend und am Samstagabend aufgemacht werden. Dann soll es Tapas und Drinks geben.
Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Weihnachtsfeiern oder kleine Hochzeiten bis maximal 35 Personen in geschlossener Gesellschaft sind ebenfalls möglich, sagt Verena Goslich. Montags bis donnerstags am Abend sollen auch Tutzinger Vereine im Bistro ihre Sitzungen abhalten können.
Das Café Hofmair war mehr als ein halbes Jahrhundert eine Tutzinger Institution
Über mehr als ein halbes Jahrhundert war das Café Hofmair einer der bekanntesten gastronomischen Betriebe der hiesigen Gegend. Angefangen hatte der Konditor Georg Dreher, der das Gebäude 1913 an der Stelle eines Limonadenstandls errichten ließ - bereits mit dem Anbau zur Hallberger Allee hin.
1928 erwarb der Konditor Hans Hofmair das Gebäude, der auch lange Gemeinderat und Vizebürgermeister war. Über zwei Familiengenerationen führten erst er und seine Frau Christine, anschließend sein Sohn Hans Hofmair und dessen Frau Margarete das Café mit Konditorei. In dieser Phase wurde das Café zu einer Tutzinger Institution. Mit ihren Backwaren belieferte die Familie Hofmair etliche Hotels und Gaststätten in Tutzing und anderen Orten am Starnberger See. Der Ruf ihres Cafés strahlte weit aus. Viele kamen regelmäßig aus München nach Tutzing, um bei ihnen einzukehren.
Mitte der 1980er Jahre verpachtete die Eigentümerfamilie den Betrieb, zunächst an Franz Clement, der heute im Bernrieder Bahnhof mit speziellen Pralinen unter dem Namen „Chococult“ bekannt ist, später an die Bäckerei Höflinger und schließlich an Ümüt Erin, der das Geschäft von 2006 bis 2021 geführt hat und sein Café mittlerweile auf der anderen Seite der Hauptstraße betreibt. Verena und Sebastian Goslich repräsentieren nach dieser "Pause" die dritte Familiengeneration im „Hofmair-Haus“.




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