Gastronomie
9.5.2021
Von vorOrt.news

Morgen ist der Tag der Öffnung

Tutzinger Gastronomen bereiten sich vor - Biergärten und Terrassen werden herausgeputzt

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Die Decken liegen schon bereit: Restaurant-Terrasse des Midgardhauses © L.G.

Die Sonne tut pünktlich ihr Bestes, und überall in Tutzing ist so etwas wie Aufbruchstimmung zu spüren. Viele scheinen es kaum erwarten zu können, hinaus zu kommen. Am Seeufer herrscht an diesem Wochenende reger Betrieb. Wo es Speisen und Getränke "to go" oder Eis gibt, bilden sich zeitweise längere Warteschlangen.

In der Gastronomie sind die Vorbereitungen auf den Montag, wenn die Außenbereiche endlich geöffnet werden dürfen, schon überall erkennbar. Biergärten und Terrassen werden herausgeputzt. Hier stehen Tische und Bänke schon fix und fertig berei, dort werden sie bis Montag aufgebaut werden.

Nun ging doch alles schneller, als mancher Wirt gedacht hatte. Alexander Urban, der neue Wirt des Midgardhauses, hatte eigentlich erst im Juni mit der Öffnung gerechnet, wie er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erzählt hat. Aber nun ist er entschlossen: '"Nicht jammern, Ärmel hochkrempeln" - mit diesen Worten zitiert ihn die Zeitung.

Sogar ganz neue gastronomische Außenbereiche deuten sich an. So will Wolfgang Weigler neben seinem Speisemobil "W.U.F.O." im früheren Biergarten des Andechser Hofs von Mittwoch an auch Sitzgelegenheiten aufstellen.

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Morgen soll es losgehen: Tutzinger Keller (li.), Santorini (re.) © L.G.
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Die Öffnung nach langer Zeit ist für Gaststätten-Betreiber nicht einfach

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Tische und Stühle des Forsthauses Ilkahöhe stehen bereit, aber heute müssen sie noch leer bleiben. Deshalb halten sich viele Menschen nebendran auf - teils näher beieinander, als wenn sie im Biergarten säßen © L.G.

So einfach ist das für die Gastronomen alles nicht. Sie müssen ganz schnell umplanen.

Schon mit dem Personal ist das oft schwierig. Viele Mitarbeiter waren in Kurzarbeit, nicht wenige haben sich nach anderen Jobs umgeschaut, Aushilfskräfte sind vielfach längst anderswohin entschwunden. Jetzt aber sollen sie auf einmal pünktlich zur Verfügung stehen.

Dann die Waren: Ausreichend Lebensmittel und Getränke müssen von jetzt auf gleich vorhanden sein. Nicht selten können früher eingekaufte Waren wegen der Verfallsdaten nicht mehr verwendet werden.

Auch die Einhaltung der Regeln gilt es zu beachten, von den Terminbuchungen bis zur Kontrolle der verlangten negativen Corona-Teste.

Das alles jetzt ganz kurzfristig zu organisieren, ist für die Gastronomen eine gewaltige Herausforderung. Ob die Öffnung genug Geld einbringen wird, wissen viele von ihnen trotzdem nicht. Die Außengastronomie gilt in der Branche als schönes Zusatzgeschäft zur normalen Gastronomie in den Innenräumen - aber allein nicht als großer Gewinnbringer.

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Noch sind manche Biergärten leer, aber das wird sich nun schnell ändern: Tutzinger Hof (li.), Südbad (re.) © L.G.

Sperrung der "offiziellen" Plätze sorgte für die Suche nach Ausweichplätzen

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Der Biergarten des Midgardhauses ist fertig. Sitzen darf man dort aber erst von morgen an. © L.G.

Die teils bereits aufgestellten Plätze könnten eigentlich schon an diesem Wochenende benützt werden. Sie stehen einladend da, das Wetter ist sommerlich, die Inzidenzzahlen niedrig. Aber die Regeln erlauben es noch nicht. So bleiben die Plätze auch am Sonntag noch leer.

Solange, bis man sich auf diesen "offiziellen" Plätzen niederlassen darf, geschieht das, was man auch in den vergangenen Monaten bei schönem Wetter überall beobachten konnte: Es finden sich "inoffizielle" Möglichkeiten. Die Menschen, die sich an den Verkaufsstellen etwas zu Essen und Trinken besorgen oder Brotzeiten von daheim mitgebracht haben, halten rund um die vorerst noch "verbotenen", derzeit noch abgesperrten Sitzplätze nach Bänken, Steinen, Holzlatten oder Wiesenflächen Ausschau, um halbwegs gemütlich Pause machen zu können.

So kommt es zu aberwitzigen Situationen. Weil sich die Ausweichplätze oft nah beieinander befinden, ergibt sich manchmal auf kleinem Raum mehr Nähe zwischen den Leuten, als wenn sie sich gleich in die Biergärten oder auf die Restaurant-Terrassen gesetzt hätten, denn dort sind überall entsprechende Markierungen befestigt. Die "offiziellen" Plätze mit ihren großen Abständen würden vermutlich mehr Sicherheit gewährleisten - aber sie dürfen nach der Verordnung erst am Montag benützt werden. Regeln sind Regeln.

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Malerische Plätze warten auf neue Belebung: Café Erin (li.), Nordbad (re.) © L.G.
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