Zeitweise ist es noch etwas kühl, aber das hält viele Menschen nicht vom Besuch der Biergärten ab - jetzt, da es wieder erlaubt ist. Die Neugierde spielt natürlich eine besondere Rolle, gerade wo der Genuss im Freien bisher nicht möglich war. Das trifft zum Beispiel aufs Midgardhaus zu. Als dort am Samstag der Biergarten öffnete, standen recht viele Tische bereit. Längst nicht alle von ihnen waren besetzt, aber nach und nach fanden sich doch immer mehr Gäste ein. Auch Bürgermeisterin Marlene Greinwald schaute vorbei.
Die Wirte Alexander und Michael Urban waren anwesend, etliche Mitarbeiter ihres Teams waren sichtlich bemüht, den Tutzingern ein einladendes Ambiente in dieser beliebten Wirtschaft direkt am Seeufer zu vermitteln. Da gibt es manche individuelle Gestaltungen, bis hin zu den Preisen. Ein Obazda kostet zum Beispiel nicht 6,90 €, sondern 6,9 €. Was wohl das Geheimnis der weggelassenen Null ist? Ob das eine Spezialität von Augustiner ist? Nein, sagte Alexander Urban, als wir ihn danach fragten. Es habe ihm einfach besser gefallen, als er die Korrekturfahnen gesehen habe.
Der „Tutzinger Biergarten“ ist in mancher Hinsicht eine Besonderheit. Recht windig kann es an dieser Stelle sein, aber so etwas mag Michael Urban, wie er sagt. Auch auf Sylt gefalle es ihm gut.
Als Besonderheit wird manch einer auch die Baustelle direkt nebendran empfinden. Bis die Besucher auch in den Innenräumen des Midgardhauses speisen und trinken dürfen, wird es wohl noch eine Weile dauern. Die alte Villa ist noch immer von einem Gerüst umgeben, neben dem Biergarten stehen Bagger und andere Baumaschinen.
Anfang Juli hoffen Alexander und Michael Urban das Midgardhaus aber eröffnen zu können. Im Inneren scheint zwar schon eine Menge umgebaut worden zu sein, doch noch hatte das Landesamt für Denkmalpflege nicht alles für okay erklärt. Die Behörde hatte ein Ortsbesichtigung angekündigt, um noch Details zu prüfen. Diese Besichtigung war wegen Corona immer wieder verschoben worden. Vor ein paar Tagen waren die Denkmalschützer aber in Tutzing, wie Alexander Urban erzählte.
Worum es dabei eigentlich geht? Besonders die Farbgestaltung der alten Villa scheint den Denkmalschützern ein Anliegen zu sein. Sie legen offenbar viel Wert darauf, dass der richtige historische Ton getroffen wird. Sollte alles klappen, dann könnten den Sommer über Biergarten und Restaurant geöffnet sein. Und im Herbst soll dann der Bau des „Salettls“ an der Stelle des Nebengebäudes beginnen, das direkt neben dem Parkplatz steht.


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