Gastronomie
20.5.2020
Von vorOrt.news

Midgardhaus-Wirte wollen Pfingsten starten

Erst Biergarten, bald darauf das Restaurant - Augustiner bietet schon vor Eröffnung Online-Kost

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Alexander und Michael Urban (v.re.) haben gestern Abend ihre Vorstellungen fürs Midgardhaus im Tutzinger Gemeinderat präsentiert © L.G.

„Grüß Gott im Midgardhaus - Augustiner am Starnberger See“: So lautet die Begrüßung. Dazu gibt’s eine Speisekarte mit verlockenden Angeboten, sogar ganz lokal orientiert: Renke vom Starnberger See, Bouillabaisse vom Starnberger See, Zanderfilet vom Fünf Seen Land.

Ein Blick in die Tutzinger Zukunft? Nein - nur ins Internet. Das alles steht so einladend auf einer Webseite namens www.midgardhaus.de. Ein virtueller Vorgeschmack sozusagen auf neue Zeiten. Denn im Midgardhaus gibt’s noch nichts. Mit seinem ganzen Areal nah am Ufer des Starnberger Sees ist es nach wie vor eine Baustelle - worauf online immerhin ebenfalls hingewiesen wird.

Eigentlich hatten viele Tutzinger die Neueröffnung des seit Mitte Oktober 2019 geschlossenen Restaurants schon fürs Frühjahr 2020 erwartet. Bisher ist von einer geplanten Öffnung der Gaststätte nichts zu sehen, schon gar nicht von einem vorgesehenen neuen Saal, einem so genannten Salettl. Aber gestern Abend haben sich die neuen Wirte Alexander Urban und sein Sohn Michael Urban schon mal im Tutzinger Gemeinderat vorgestellt. Dabei haben sie eine Ankündigung gemacht, die Tutzings Kommunalpolitiker mit Beifall quittierten: Zu Pfingsten hoffen sie den Biergarten des Midgardhauses öffnen zu können. Wer sich vom feinen Speisenangebot inspirieren lassen will, muss sich also vorerst mit Online-Kost per www.midgardhaus.de begnügen.

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Betreten verboten: Noch ist der Weg zum künftigen Restaurant versperrt

Komplette Erneuerung im Inneren

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Was auch immer im Midgardhaus geschieht: Die Löwen lassen sich nicht aus der Ruhe bringen © L.G.

Dass alles etwas länger dauert, scheint nicht nur etwas mit dem Corona-Virus zu tun zu haben. Die Verantwortlichen der Augustiner-Brauerei, die dem langjährigen Wirt Fritz Häring als Pächter folgen, sind zwar seit jeher verschwiegen - von ihnen sind kaum Informationen zu erhalten. Doch Kenner äußern sich regelrecht begeistert über die Fortschritte. Die Münchner Traditionsbrauerei, die stets auf langfristige Orientierung achte, bemühe sich sehr um die Wiederherstellung des Originals.

Die 1853 vom Grafen von Vieregg errichtete Villa, die in den 1970er Jahren durch erhebliche Widerstände vor dem Abbruch zugunsten eines Hotelbaus gerettet wurde, war im Lauf der Zeit auf unterschiedliche Weise genutzt worden: von amerikanischen Truppen, die dort nach dem Krieg untergekommen sind, bis zur späteren Vermietung durch die Gemeinde Tutzing. Dadurch wurde sie einem Wandel unterworfen, den Bauexperten heute in mancher Hinsicht kritisch sehen. Eine Kernsanierung soll es nicht gewesen sein, aber im Inneren gab es offenbar eine weitgehende Erneuerung - von der Elektrizität über die Wasserleitungen bis zur Küche und den Toiletten.

Restauratorin und Denkmalpfleger im Einsatz

Das alles ist unter genauer Beachtung der historischen Basis geschehen. Wesentlich waren dabei die Erkenntnisse einer Restauratorin, die sich intensiv mit der Geschichte des Gebäudes befasst hat. Und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat die Arbeiten begleitet.

Nach der zu Pfingsten erhofften Öffnung des Biergartens soll der Restaurantbetrieb im Midgardhaus selbst etwas später starten. Der Baubeginn für den neuen Saal ist derzeit für den Herbst dieses Jahres vorgesehen. Auch ein Eröffnungsfest soll es geben, aber erst, wenn das in Hinblick auf Corona wieder sinnvoll erscheint.

Genuss gibt’s also vorerst noch nur per www.midgardhaus.de. Virtuell aber darf man sich schon jetzt einstimmen - beispielsweise auf „Tafelspitz, serviert in zwei Gängen“.

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