Gastronomie
29.4.2020
Von vorOrt.news

Gastronomen bringen das Essen ins Haus

Tutzinger Hof versorgt Privatleute, Firmen, Vereine und Heime - Spezielles Mai-Angebot

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Wenn dieses Auto vor der Tür steht, wissen alle: Essen gibt's!

Essen gibt’s: Für immer mehr Tutzinger realisiert sich diese Mitteilung zurzeit auf bisher ungewohnte Weise. Sie erhalten die Speisen zur Mittagszeit pünktlich nach Haus gebracht. Die Tutzinger Gaststätte Tutzinger Hof ist dabei, einen Lieferservice kräftig auszuweiten. Seit ein paar Tagen können auch Mitglieder des Sozialverbands VdK und des Veteranen- und Soldaten-Vereins (VSV) beim Tutzinger Hof ihr warmes Essen bestellen; dabei gibt es einen kleinen Zuschuss.

Das Team des Tutzinger Hofs um Petra Gsinn und Rolf Läkamp versorgt neben Privatleuten schon seit längerer Zeit mehrere Einrichtungen in und um Tutzing. Dazu gehört die betreute Wohnanlage an der Bräuhausstraße genauso wie die Tagespflege der Ambulanten Krankenpflege im Quinthaus oder das Haus Benedikt, das Seniorenheim der Tutzinger Missions-Benediktinerinnen. Auch für Firmen bieten die Gastronomen solche Speisenlieferungen an.

Dieser Service, der generell zunehmend gefragt ist, gewinnt in der aktuellen Ausnahmesituation wegen der Corona-Krise erst recht an Bedeutung. „Wir liefern zurzeit täglich bis zu 80 Essen aus“, sagt Rolf Läkamp. Und es wird immer mehr. Auch kleine Mengen, beispielsweise Getränke oder Säfte, können die Mitglieder bekommen. „Wir wollen nicht nur Essen verkaufen“, so Läkamp,, „sondern auch in der schweren Zeit der Ausgangsbeschränkung die Menschen mit der Beschaffung der Bedarfsmittel unterstützen.“

Vereine geben Zuschüsse

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Petra Gsinn und ihr Team versorgen zurzeit viele Tutzinger mit Speisen

Per Telefonkonferenz hat der Veteranenverein unter seinen sieben Vorstandsmitgliedern vor ein paar Tagen einen Eilbeschluss gefasst. Er bezuschusst in der aktuellen Situation die Mittagstisch-Versorgung für seine Mitglieder durch den Tutzinger Hof mit 50 Cent je Mittagessen. Eine ähnliche Regelung gibt es beim VdK.

Dabei müssen die steuerlichen Regelungen genau beachtet werden. Die Zuwendungen sind im Jahr auf eine bestimmte Zahl von bezuschussten Speisen je Mitglied zu begrenzen, sonst muss dies als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Die Angaben würden im Nachgang auf Richtigkeit überprüft, sagt die Tutzinger VdK-Ortsvorsitzende Klementine Rehm: „Das heißt, ob auch nur Mitglieder des VdK Tutzing aufgeführt sind.“

Ausdrücklich erklären die Vereinsvorstände in ihren Mitteilungen an die Mitglieder: „Ehegatten, Familienangehörige, Lebenspartner, heimliche und unheimliche Geliebte, uneheliche Kinder von Mitgliedern erhalten keinen Zuschuss.“

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Positive Äußerungen von Kunden

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"Pünktlich und heiß": Petra Gsinn und Chefkoch Georgi Kabakov

Um die Mittagszeit ist Rolf Läkamp vom „Tutzinger Hof“ mit seinem Team täglich unterwegs, um das Essen auszuliefern. Von Kundenseite sind dazu viele positive Äußerungen zu hören. „Das Essen ist reichlich“, sagt zum Beispiel Schwester Kunigundis Amon, die im Haus Benedikt für die Verwaltung zuständig ist: „Es wird immer pünktlich gebracht, und es ist heiß.“

Willy Bauer, der Vorsitzende des Veteranenvereins, hat die Essenslieferungen des „Tutzinger Hofs“ zusammen mit seiner Frau Ursula eigens zweimal ausprobiert. Einmal gab’s Tafelspitz, dann Schollenfilet. „Es war sehr gut“, bestätigt er, „lecker und bekömmlich, alles gut eingepackt und schön heiß.“

Die Mitarbeiter der Gaststätte hätten auch auf Vorsichtsmaßnahmen geachtet, bestätigt Bauer. Ansteckungsgefahr habe nie bestanden. Bei Bedarf werde das Essen auch angepasst, erzählt Schwester Kunigundis - da seien die Mitarbeiter des Tutzinger Hofs sehr hilfsbereit: „Es ist wirklich pflegeleicht.“

Die Vereine informieren ihre Mitglieder zurzeit über diese Möglichkeit. Hilfe in der Ausnahmesituation steht bei ihnen aktuell auch sonst im Mittelpunkt. Das betrifft schon die Kommunikation. „Ich mache Telefon-Seelsorge“, sagt Willy Bauer, dessen Frau Ursula enge Kontakte zum VdK koordiniert. Dessen Vorsitzende KIementine Rehm weiß, was die Ausgangsbeschränkungen gerade für viele ältere Leute bedeuten: „Einigen fällt bestimmt die Decke auf den Kopf.“ Sie und ihr Stellvertreter Christian Gärtner, der in Oberhausen bei Huglfing wohnt, versuchen ihren mehr als 400 Mitgliedern Unterstützung zu bieten, wo es geht: Kontakte pflegen, Besorgungen erledigen, Unterstützung bei allen möglichen Tätigkeiten.

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