Freizeit
15.8.2026
Von vorOrt.news

Vortritt für den Tennis-Club

Der Gemeinderat ändert den Bebauungsplan für das Freizeitgelände Süd an der Seestraße

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Tennis, Rudern, Segeln, Minigolf, Straßenlager und mehr: Auf engem Raum an der Seestraße teilen sich mehrere Vereine und andere Nutzer ein Gelände, das bald neu geordnet wird

An der Tutzinger Seestraße drängen sich Südbad, Tennis-Club, Yachtclub, Ruderverein, Minigolfanlage, Stockschützen, Skatepark und ein Fußball-Bolzplatz auf engem Raum – dazu die Wasserwacht mit ihrer Rettungsstation, Parkplätze, Wohnmobil-Stellflächen, Salzsilos und seit einiger Zeit sogar ein Lager für Straßenarbeiten. Bislang liegt das gesamte Areal planungsrechtlich im Außenbereich. Das bedeutet: Wer dort baulich etwas verändern will, hat es schwer. Der Gemeinderat hat das nun angepackt und noch vor den Sommerferien einstimmig beschlossen, den bestehenden Bebauungsplan Nr. 34 auf das gesamte Gelände auszuweiten und in „Freizeitgelände Süd" umzubenennen. Damit setzt die Gemeinde einen zentralen Baustein des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) um, das schon länger eine Aufwertung der Aufenthaltsqualität am See vorsieht.

Für den Tennis-Club ist der Neubau das wichtigste Infrastrukturprojekt

Während sich die große Gesamtplanung für das Areal voraussichtlich noch über Jahre hinziehen wird, drängt bei einem der ansässigen Vereine die Zeit besonders: Der Tennis-Club Tutzing hat bereits im Mai einen eigenen, vorgezogenen Bebauungsplan für sein Vereinsheim beantragt. Tennis-Club Tutzing boomt Das Gebäude aus den 1960er-Jahren sei durch jahrzehntelange Teilumbauten und Feuchtigkeitsschäden irreparabel geschädigt, erläuterte die Gemeindeverwaltung – ein Neubau sei dringend nötig, um den Vereinsbetrieb überhaupt aufrechterhalten zu können.

Für den Vorstand des Tennis-Clubs ist der Neubau das wichtigste Infrastrukturprojekt der kommenden Jahre. Vorsitzender Alexander Gösswein hat in einer Mitgliederversammlung deutlich, gemacht, wie sehr ihm das Vorhaben am Herzen liegt: „Mein vorrangiges Ziel ist es, in meiner voraussichtlich letzten Amtszeit ein neues Clubhaus zu realisieren."

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Im Freizeitgelände gibt es allerlei Wünsche für Um-, An- und Neubauten

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Ein moderner Holzbau mit Flachdach soll das etwa 60 Jahre alte Vereinsheim des Tutzinger Tennis-Clubs ersetzen. Ein Entwurf aus dem Büro Pfisterer Twiehaus liegt bereits vor. © TC Tutzing

Geplant ist ein eingeschossiger Holzbau mit Flachdach, der die bisherige Grundfläche von rund 202 Quadratmetern im Wesentlichen beibehält, aber auf 185 Quadratmeter Innenfläche wächst – inklusive überdachter Terrasse sogar auf 348 Quadratmeter. Vorgesehen sind Fahrradstellplätze, Umkleiden, ein Aufenthaltsraum und ein Lager. Der Neubau rückt geringfügig näher an die Straße, bleibt aber am angestammten Standort. Das habe sich in der Vergangenheit bewährt, so die Gemeindeverwaltung.

Damit der Tennis-Club nicht monatelang auf die große Gesamtplanung warten muss, teilt die Gemeinde das Verfahren in zwei Teilbereiche: Teilbereich 1, der „Ersatzneubau Vereinsheim TC Tutzing", wird mit hoher Priorität und verkürzter Verfahrensdauer vorangetrieben. Teilbereich 2 umfasst das restliche Freizeitgelände Süd mit seiner langfristigeren Gesamtkonzeption.

Auch die anderen ansässigen Vereine haben längst eigene Wünsche für Um-, An- und Neubauten angemeldet – der Tennis-Club selbst etwa zusätzlich für ein Paddeltennisfeld. Diese Vorhaben sollen jedoch erst im Rahmen der größeren Gesamtplanung berücksichtigt werden, um dem Gleichbehandlungsgrundsatz zwischen den Vereinen gerecht zu werden. Nur die akute Eilbedürftigkeit und die sicherheitsrelevanten Mängel am Bestandsgebäude rechtfertigen laut Verwaltung die Sonderbehandlung des Tennis-Clubs.

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Minigolf, Stockschützen, Skaterbahn, Südbad, Wohnmobile, Salzsilos: Im "Freizeitgelände Süd" gibt es zahlreiche Nutzungsformen. "ISEK" soll die Aufenthaltsqualität aufwerten.

Die Gemeindegrenze verläuft durch die Hütte der Wasserwacht

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Die Gemeindegrenze von Tutzing verläuft mitten durch die Hütte der Wasserwacht. © Fotos: L.G. / BG / TC Tutzing / Wasserwacht Tutzing

Kompliziert wird die Sache zusätzlich dadurch, dass die Gemeindegrenze mitten durch Vereinsgrundstücke verläuft – teils sogar durch die Hütte der Wasserwacht. Der Starnberger See und sein Ufer gehören staatsrechtlich zum Eigentum des Freistaats Bayern. Sie wurden bei der kommunalen Gebietsabgrenzung ausgespart. Für die Flächen im Zuständigkeitsbereich des Freistaats Bayern muss die Gemeinde daher noch mit der Schlösser- und Seenverwaltung über eine Planungsberechtigung verhandeln.

Planungsträgerin des Vorhabens ist die Gemeinde Tutzing, die eng mit dem betroffenen Verein zusammenarbeitet: Bauwerber ist der Tennis-Club Tutzing e.V., der über einen städtebaulichen Vertrag auch die Kosten des Bauleitplanverfahrens übernimmt. Mit dem Entwurf der Gesamtplanung für das Freizeitgelände ist das Münchner Büro Stadt-Raum-Planung beauftragt, für den vorgezogenen Tennis-Club-Teilbereich das Tutzinger Büro Twiehaus Pfisterer Architekten. Die juristische Beratung übernimmt die Kanzlei Avocado aus München.

Der gesellschaftliche Nutzen liegt für den Gemeinderat auf der Hand: Ohne funktionsfähiges Vereinsheim wäre der Sport- und Vereinsbetrieb des Tennis-Clubs erheblich eingeschränkt – ein Verlust für das Tutzinger Vereinsleben rund um See und Seestraße, das schon jetzt zahlreiche Sparten von Wassersport bis Ballsport unter einem planerischen Dach vereint.

Der aktuelle Beschluss ist zunächst nur ein Aufstellungsbeschluss – also die Absichtserklärung, für das benannte Gebiet überhaupt einen Bebauungsplan zu erarbeiten. Inhaltliche Festlegungen folgen erst im zweiten Schritt, dem Billigungsbeschluss. Bis zur endgültigen Umsetzung der Gesamtplanung, machte die Verwaltung in der Sitzung deutlich, dürfte trotz aller Priorisierung noch einige Zeit vergehen. Das vorgezogene Verfahren für das Tennisheim soll dagegen deutlich schneller zum Ziel kommen.

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