Feiern
11.6.2026
Von vorOrt.news

Renaissance zur Fischerhochzeit

Im Andechser Hof gibt es einen "PopUp-Biergarten" - Liebevoll gestaltete Festschrift

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Ein "Fischerhochzeitsbier" gibt es jetzt in Tutzing. Braumeister Stephan Albrecht (rechts) und Bürgermeister Ludwig Horn präsentieren es auf dem Rathaus-Balkon.

Tradition und Brauchtum prägen die Tutzinger Fischerhochzeit im Juli. Aber es wird auch Neues geben. Weil am Sonntag, dem 26. Juli nicht alle bei den vielen Auftritten im ganzen Ort dabei sein können, werden in der Ortsmitte gegen 17 Uhr noch einmal wichtige Darbietungen zu sehen sein: Etwa auf Höhe des Sportgeschäfts Thallmair gibt es dann noch einmal die Tänze des Brautpaars, der Kranzler, des Volkstanzkreises und der Kindertanzugruppe der Tutzinger Gilde.

Sogar der Andechser Hof, der eigentlich seit 14 Jahren leer steht, erlebt aus Anlass der Fischerhochzeit so etwas wie eine kleine Renaissance: Dort soll es ab 8. Juli bis zur Fischerhochzeit immer von Donnerstag bis Sonntag einen „PopUp-Biergarten“ geben. Und nicht nur das: Die Brauerei Oberland bietet ein spezielles „Fischerhochzeitsbier“ an, das es nach Angaben des Braumeisters Stephan Albrecht schon jetzt bei Getränke City Tutzing und in den beiden Edeka-Heiß-Märkten zu kaufen gibt.

Brandneu ist auch eine Festschrift zur Fischerhochzeit, die soeben fertig geworden ist. Auf 84 Seiten enthält sie so ziemlich alles, was zu diesem Thema interessant ist – von der Historie über den Ablauf des Schauspiels und die Darsteller bis zu den früheren Fischerhochzeiten. Tutzinger, die dabei schon viel erlebt haben, steuern ihre Erinnerungen bei, engagierte Mitglieder der Gilde lassen in lesenswerten Geschichten hinter die Kulissen blicken. Zu den Autoren gehören ortskundige Tutzinger wie Altbürgermeister Peter Lederer und Udo Hahn, der Direktor der Evangelischen Akademie, die das Tutzinger Schloss für die Hochzeitszeremonie zur Verfügung stellt. Einen Artikel über Josefranz Drummer (1887-1959), den Autor der Fischerhochzeit, hat dessen Enkel Florian Drummer verfasst. Carola Falkner, die 1. Gildemeisterin der Tutzinger Gilde und Tochter von Peter Lederer, gehört bestimmt zu denen, die besonders viel über die Historie wissen. Aber als die Festschrift jetzt im Rathaus vorgestellt wurde, gestand sie offen: „Ich habe die geschichtlichen Zusammenhänge erst richtig verstanden, als ich diese Festschrift gelesen habe.“

Die Gesamtkosten werden auf 150 000 Euro geschätzt

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Gemeinschaftswerk Fischerhochzeit: (von links) Tobias Wegl, Jan-Philipp Grande, Carola Falkner und Gregor Staltmaier präsentierten die neue Festschrift im Rathaus, wo zurzeit auch eine Ausstellung über das große Schauspiel läuft

Was für ein Gemeinschaftswerk die Tutzinger Fischerhochzeit ist, zeigte sich bei dieser Präsentation. Mit dabei waren der Vorsitzende des Veranstaltungsvereins, Tobias Wegl, der Pressesprecher der Gemeinde, Jan-Philipp Grande sowie von der Tutzinger Gilde Carola Falkner und Gregor Staltmaier. Mit ihnen, den Mitgliedern der Vereine und den Mitarbeitern der Gemeinde engagieren sich viele Menschen in Tutzing bei diesem großen historischen Schauspiel und allem, was damit zusammenhängt. Häuser und Kutschen werden geschmückt werden, Fahnen werden aufgehängt werden, Tänze werden einstudiert und Vieles mehr. Bei der Tutzinger Gilde sind viele Mitglieder schon seit längerer Zeit intensiv mit den Vorbereitungen befasst.

Mit viel Herzblut ist auch die druckfrische Festschrift gestaltet worden, von der 3000 Exemplare gedruckt worden sind. Für 8 Euro wird so eine Festschrift verkauft. „Nicht billig“, sagte Carola Falkner, aber wer so eine Festschrift kaufe, der helfe wesentlich mit, die teure Fischerhochzeit zu finanzieren. Denn die Kosten für die Festwoche werden auf rund 150 000 Euro geschätzt. Es gibt zwar Unterstützung von verschiedenen Seiten. Mittel aus der Kulturförderung sind zu erwarten, wie seit vielen Jahren hilft der Verein zur Förderung der Fischerhochzeit in Tutzing e.V. engagiert mit, der auch eigens eine Crowdfunding-Aktion für die Fischerhochzeit gestartet hat. 1811 Euro für die Fischerhochzeit Aber noch ist ein großer Teil der Kosten nicht gedeckt, und es wird damit gerechnet, dass eine erkleckliche Summe bei der Gemeinde hängenbleiben wird.

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Mitglieder der Tutzinger Gilde bereiten intensiv alles vor

Als unermessliche Hilfe gilt, was allein die Mitglieder der Tutzinger Gilde durch ihre Mitwirkung komplett ehrenamtlich an Beiträgen leisten, wie sie sich seit längerer Zeit intensiv vorbereiten, von den Trachten übers Schmücken von Kutschen und Häusern bis zum Einstudieren von Tänzen. „Die Biedermeier-Kostüme müssen alle ausgeliehen werden“, sagte Carola Falkner. Kostenlos zur Verfügung gestellt worden sind nach ihren Worten auch die Artikel und die Fotos für die Festschrift. Festzeichen wird es ebenfalls geben, die für je 4 Euro verkauft werden. Einen Rabatt erhält, wer eine Festschrift und zwei Festzeichen kauft: Zusammen werden dann 14 Euro verlangt.

Vielleicht 15 000 Besucher und viele verlässliche Helfer

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Die Festschrift zur Tutzinger Fischerhochzeit ist eine Fundgrube für alles rund um die Aufführung

10 000 Besucher werden allein am Sonntag, bei der Fischerhochzeit selbst, erwartet. Dazu kommen werden vielleicht weitere 4000 bis 5000 Besucher im Verlauf der Festwoche vorab, die am Mittwoch beginnt, so dass es insgesamt 15 000 Besucher werden könnten. Aber so ganz genau weiß das im Vorfeld niemand.

Der Veranstaltungsverein Tutzing ist jedenfalls auf alles vorbereitet, versicherte dessen Vorsitzender Tobias Wegl am Dienstag im Rathaus. Für diesen erst vor drei Jahren gegründeten Verein ist diese Veranstaltung eine echte Herausforderung, Einer der Gründe für seine Gründung war es damals, dass es immer aufwendigere Planungen und höhere Auflagen für das beliebte Weinfest auf der Brahmspromenade gab, für das vorher der Freizeitclub JM zuständig war.

Mit der JM zusammen organisiert der Veranstaltungsverein seitdem das Weinfest – auch am Samstag dieser Woche wieder. Heute Weinfest am See 2026 Das klappt so gut, dass alljährlich viele Besucher zum Mitfeiern von auswärts nach Tutzing kommen. Ein paar tausend Menschen sind es immer. Von diesen Erfahrungen profitiert der Veranstaltungsverein auch für die Fischerhochzeit. Er kann sich auf viele verlässliche Helfer stützen, die sich schon gut mit so etwas auskennen. Aber die Fischerhochzeit ist nochmal eine ganz andere Nummer als das Weinfest, mit wahrscheinlich fünf Mal so viel Besuchern.

Tatkräftige Unterstützung beim Zeltaufbau wird noch benötigt

Die engagierten Mitglieder des Veranstaltungsvereins wollen es ganz allein schaffen: Einen Festwirt gibt es diesmal nicht. Ob er es schon bereut hat? Auf diese Frage dachte Wegl erst kurz nach, dann sagte er umso entschlossener, man werde es schon schaffen, man sei gut vorbereitet. Über Unterstützung würden er und seine Mitstreiter sich dennoch freuen, so etwa beim Aufbau des Zeltes auf dem Seehof-Grundstück am 15. Juli von 8 Uhr bis 17 Uhr. Ein Zeltverleiher wird mit drei Leuten kommen, sagte Wegl, machte aber kein Geheimnis daraus, dass er sich über viel Unterstützung freuen würde: „Das ist harte körperliche Arbeit.“ Wer dabei mitmachen möchte, ist hochwillkommen. Wegl bittet um eine kurze Mitteilung an info@vv-tutzing.de

Aufwändiges Sicherheitskonzept - Sperrungen von Straßen und Bootslände

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Die Darsteller der Fischerhochzeit werden in der Festschrift ebenso beschrieben wie die Historie und viele Begebenheiten in früheren Jahren

„Wir sind für jedes Engagement und jede Unterstützung dankbar“, sagte Jan-Philipp Grande, der Pressesprecher der Gemeinde. Denn Vieles muss noch erledigt werden. 2500 Teller sind beispielsweise dieser Tage mit einem Lkw aus München geholt worden. Im Zelt wird man laut Wegl Tische „kaufen“ können – „wie auf der Wiesn“. Das wird alles online ablaufen, ein entsprechender Link soll auf der Webseite https://www.fischerhochzeit-tutzing.de/ und auch im Newsletter der Gemeinde Tutzing veröffentlicht werden. https://newsletter.tutzing.de/l/a6439d1d-68a3-4c93-8402-f218ac62ab05.html Das Bier, soll „deutlich billiger“ als auf der Wiesn sein, versprach Wegl. „Wir arbeiten mit der Augustiner-Brauerei zusammen“, sagte er: „Wir brauchen einen Partner, und die Brauerei hat eine eigene Abteilung dafür, sie verfügt über alles, was benötigt wird, so eine Schankanlage und einen Kühl-Lkw.“

Viel Aufwand erfordert ein Sicherheitskonzept für die Veranstaltung. Verkehrstermine mit Feuerwehr, Polizei, Landratsamt und Gemeinde, bei denen alles detailliert besprochen wird, finden alle paar Wochen statt. Für eine Weile wird die Fischerhochzeit ganz Tutzing beherrschen. Die von vielen Wassersportlern genutzte öffentliche Bootslände unten an der Schlossstraße, die einzige ihrer Art am Westufer des Starnberger Sees, wird beispielsweise bereits in der Woche zuvor und in der Festwoche gesperrt werden. Am Samstag und am Sonntag wird die Tutzinger Hauptstraße abgesperrt. Denn Vieles findet auf den Straßen statt – so der Polterabend am Samstag und der Festzug am Sonntag, bei dem fast 40 Gruppen erwartet werden, darunter elf Trachtenvereine. Am Samstag wird in Tutzing außerdem das 100-jährige Vereinsjubiläum der SG Immergrün Tutzing e.V. gefeiert. Eingebettet in die Tutzinger Fischerhochzeit findet der Festtag am Samstag, dem 25. Juli statt – mit einem eigenen großen Festzug und Abschluss im Festzelt.

Stände im Ortszentrum: Interessenten können sich bei der Gemeinde melden

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Die mitwirkenden Trachtenvereine und die Wege des Festzugs in der Festschrift © Fotos: L.G. / Brauerei Oberland

Auch etliche Stände soll es im Ortszentrum geben, so an der Hauptstraße, in der Leidlstraße und in der unteren Greinwaldstraße. „Wir versuchen die Gastronomen und Gewerbetreibenden im Ort einzubinden“, sagte Gemeindesprecher Grande. Die Biergärten werden natürlich alle geöffnet sein.

Interessenten für Stände können sich in der Gemeinde bei Lisa Gollwitzer melden. Für Infos und Anfragen steht die E-Mail-Adresse fischerhochzeit@tutzing.de bereit. Nach Angaben von Wegl gibt es auch ein Konzept für Werbebannerflächen.

Der Kartenverkauf für die diversen Veranstaltungen im Rahmen der Festwoche laufe überraschend gut, sagte Wegl: „Wir erwarten ein volles Festzelt.“ Die Polkaparty mit LaBrassBanda am Donnerstag, bei der es nur Stehplätze gibt, ist schon so gut wie ausverkauft. Bei der Kabarettistin Luise Kinseher am Mittwoch werden 600 bis 800 Besucher erwartet, am Freitag bei Sašo Avsenik und seinen Oberkrainern können es maximal 1000 Gäste sein. Am Mittwoch und am Freitag gibt es eine Abendkasse, am Donnerstag nicht – bei LaBrassBanda droht das Zelt ja schon aus den Nähten zu platzen, bevor es überhaupt steht.

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