Energie
28.9.2026
Von vorOrt.news

Seewärme: Wasserwirtschaftsamt signalisiert Unterstützung

Mitinitiator Marco Lorenz zeigt sein energieeffizientes Haus und berichtet vom Stand der See-Pläne für Tutzing

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Der Starnberger See als Wärmequelle: Eine Machbarkeitsstudie, die zeigen soll, ob dies möglich ist, soll in diesen Tagen fertig werden © L.G.

Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat Dr. Marco Lorenz kürzlich beim „MiTgehtag“, in dessen Verlauf die Initiative „MiTeinander“ Energielösungen vorstellte und über Energieherausforderungen diskutierte: Der Wirtschaftsingenieur, Mitgründer der Initiative „Tutzing Klimaneutral 2035“, hat das energieeffiziente Passivhaus präsentiert, das er zusammen mit seiner Frau Uta Waldau am Tutzinger Grubenweg gebaut hat. Bei dieser Gelegenheit präsentierte er auch Neuigkeiten zum Thema Seewärme: Das Wasserwirtschaftsamt hat nach seinen Worten Unterstützung signalisiert, und eine für dieses Projekt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie steht kurz vor dem Abschluss.

Lorenz ist einer der Initiatoren des Projekts, den Starnberger See als Wärmequelle für Tutzing zu nutzen. Schon Ende 2023 hatte der Gemeinderat einstimmig bekundet, an diesem Vorhaben weiterzuarbeiten, mit dem Tutzing in Deutschland wohl zu den Vorreitern gehören würde. Im Dezember 2024 wurde dann im Umweltausschuss bekannt, dass das Bundeswirtschaftsministerium die Förderung einer Machbarkeitsstudie über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze bewilligt hat.

Lorenz berichtete von einem großen Besprechungstermin beim Wasserwirtschaftsamt, zu dem nahezu alle Abteilungsleiter gekommen seien. Die Behörde stehe dem Projekt sehr positiv gegenüber. Er sprach von „voller Unterstützung von A bis Z“, wenn es auch Regularien gebe und Gutachten erforderlich seien. Was das Amt laut Lorenz keinesfalls will: dass jeder Seeanlieger eine eigene Leitung in den See legt. Gewünscht seien vielmehr große, ordentlich überwachte Anlagen. Schon 2023 hatte Lorenz berichtet, das Wasserwirtschaftsamt Weilheim rate dazu, die Anlage möglichst groß zu planen, weil kleinere Anlagen ein deutlich höheres Wartungsrisiko mit sich brächten.

Gespanntes Warten auf die Machbarkeitsstudie für Seewärme

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aus "See-Energie Region Luzern", ewl Energie Wasser Luzern

Das Prinzip erklärte Lorenz anhand der sogenannten Sprungschicht im See. Unterhalb dieser Schicht bleibe die Wassertemperatur das ganze Jahr über gleich. Nach Angaben der Energiegenossenschaft Fünfseenland liegt die Temperatur im Starnberger See in 20 Metern Tiefe ganzjährig konstant bei etwa fünf Grad. Das entnommene Wasser gibt seine Wärme über einen ersten Wärmetauscher ab. Aus Sicherheitsgründen folgt ein Zwischenkreislauf, erst danach die Wärmepumpe und schließlich das Wärmenetz.

Sollte ein Tauscher einmal undicht werden, bleibe das Seewasser trotzdem sauber, und das Kältemittel befinde sich nur in einem geschlossenen Kreislauf in der Wärmepumpe. Wichtig sei, das abgekühlte Wasser in der passenden Tiefe zurückzuleiten, damit in der Sprungschicht keine Vertikalströmungen entstehen. Als Vorbild nennt Lorenz seit Langem die Schweizer Stadt Luzern am Vierwaldstättersee, wo bereits tausende Haushalte auf diese Weise versorgt werden.

Nun warten viele in Tutzing gespannt auf die Machbarkeitsstudie. Sie werde in den nächsten Tagen fertig, sagte Lorenz. Die Studie sei die erste Untersuchung, ob das Vorhaben überhaupt möglich ist, welche Schwierigkeiten es gibt und welche Standorte infrage kommen. Beteiligt werden müssten viele – von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung für den staatseigenen See über die Fischer bis zum Naturschutz.

Dass der Weg nicht einfach wird, machte ein Einwand aus dem Kreis der Zuhörer deutlich. Ein Teilnehmer gab zu bedenken, der Starnberger See sei ein FFH-Gebiet, also nach europäischem Naturschutzrecht besonders geschützt. Deshalb sei es unwahrscheinlich, dass eine Genehmigung erteilt werde. Ob diese Sorge oder Lorenz' Zuversicht recht behält, dürfte die Studie zumindest ein Stück weit klären.

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Für den Heizbedarf reicht eine niedrige Vorlauftemperatur von etwa 30 bis 32 Grad aus

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Das Passivhaus am Tutzinger Grubenweg fällt durch eine schwarze Holzfassade auf © L.G.

Das Passivhaus von Marco Lorenz und Uta Waldau wird über eine Fußbodenheizung geheizt. Ihren Bedarf von rund 6750 Kilowattstunden im Jahr deckt entweder die Sonneneinstrahlung – durch große Fenster – oder im Winter bei starken Minustemperaturen eine Luft-Wärme-Pumpe. Wegen der großen Flächen reicht eine niedrige Vorlauftemperatur von etwa 30 bis 32 Grad aus. Mit so einer Temperatur kann die Wärmepumpe effizient arbeiten, sagte Lorenz – mit mehr als 55 Grad sei sie nicht mehr wirtschaftlich. Ein Heizstab kann den Speicher auf 70 bis 80 Grad bringen, besonders dann, wenn Solarstrom vom eigenen Dach übrig ist.

Die Wärmepumpe ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Ein Ventilator im Freien zieht der Außenluft Wärme ab. Den Strom liefert eine Photovoltaikanlage mit zwei Wechselrichtern und einem Batteriespeicher von 10 Kilowattstunden, was Lorenz als „nichts besonders viel“ einordnete. Wie viel Strom gerade erzeugt wird, kann er am Rechner verfolgen und unterwegs auf dem Handy.

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Ein Ventilator im Freien zieht der Außenluft Wärme ab © L.G.

"So wahnsinnig kompliziert ist die ganze Technik eigentlich nicht"

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Im Keller zeigte Marco Lorenz die Technik des Hauses © L.G.

Das Fazit von Lorenz klang für die Besucher fast beruhigend: So wahnsinnig kompliziert sei die ganze Technik eigentlich nicht. Die PV-Anlage liefert 28 900 Kilowattstunden - deutlich mehr, als die Pumpe und die elektrischen Geräte im Haus samt Co-Working-Spaces, flexibel verwendbaren Büroräumen. verbrauchen können. Damit ergibt sich eine Einspeisung ins Netz von 23 200 Kilowattstunden. Die Mehrkosten für den Passivhaus-Standard gegenüber einem KfW-40-Haus gab der Hausherr mit etwa drei bis fünf Prozent an, zum gewissen Teil wegen einer deutlichen Förderung des Passivhaus-Standards.

Äußerlich fällt das Haus durch eine schwarze Holzfassade auf. Das Holz sei an der Oberfläche abgeflammt, erklärte Lorenz. Es handle sich um eine alte japanische Technik, und der Vorteil liege auf der Hand: Streichen müsse man diese Fassade nie mehr. Im Keller zeigte Lorenz die Technik des Hauses. Das Herzstück ist ein Pufferspeicher mit 1000 Litern Wasser, in den die Wärmepumpe hineinheizt. „Das ist sozusagen die Herzkammer“, sagte Lorenz. Im Speicher bilden sich Schichten: Unten ist das Wasser kühler, oben heißer. Für warmes Wasser wird ganz oben entnommen, wo es am heißesten ist, die Heizung bedient sich weiter unten.

Auch die Lüftungsanlagen befinden sich im Keller, eine für jedes Geschoss. Eine Besonderheit ist ein großer Holzkasten. Er wurde nach Lorenz' Worten in der Fabrik komplett vormontiert und in den Keller gehoben, bevor die Kellerdecke geschlossen wurde. Alles, was darin steckt, war bereits fix und fertig eingebaut. Einen Warmwasserboiler gibt es in diesem Haus nicht. Das Trinkwasser wird über eine sogenannte Frischwasserstation erwärmt: Frisches Wasser fließt durch einen Wärmetauscher und wird dort, ähnlich wie bei einem Durchlauferhitzer, mit der Wärme aus dem Pufferspeicher aufgeheizt. Der Vorteil sei, dass warmes Wasser nicht lange stehen bleibe, erläuterte Lorenz. Das Wasser im Speicher selbst bleibe in einem geschlossenen System. Das Thema Legionellen, das bei Warmwasser immer wieder aufkommt, stelle sich dadurch anders. In Mietshäusern seien 60 Grad vorgeschrieben,

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