Nach intensiver Planungsarbeit ist es soweit: Am 2. September 2026 fällt um 18 Uhr der offizielle Startschuss für den Tutzinger Bürgerenergiepark. „Mit dem Baustart beginnt die Realisierung eines regionalen Energieprojekts, das Photovoltaik, Batteriespeicher und perspektivisch Ladeinfrastruktur verbindet und von Bürgerinnen und Bürgern der Region getragen wird“: Mit diesen Worten lädt der Vorstand der Genossenschaft Bürgerenergie Tutzing eG, die das Vorhaben verantwortet, alle Interessierten zu dieser Startveranstaltung ein. Die Baustelle befindet sich am Oberen Hirschberg an der Abbiegung von der B2 in Richtung Kerschlach. Parkmöglichkeiten gibt es am Straßenrand.
Beginn ist um 18 Uhr. Nach einigen Reden wird ein Fass Bier angestochen, ab 19 Uhr wird die Genossenschaft nach Angaben ihres Vorstands anhand einer Luftaufnahme des Geländes die einzelnen Bauphasen erläutern. Es soll auch Gelegenheit zu Gesprächen und Mitgliederinformationen am Infostand geben. Mit dabei sind neben dem Vorstand der Genossenschaft auch Bürgermeister Ludwig Horn, der Geschäftsführer des Generalunternehmers Enpla GmbH, Christian Joos, sowie Thomas Grün, stellvertretender Vorstand der Sparkasse Oberland, die das Projekt mitfinanziert.
Änderungen im Verlauf der Planungsphase
Im Verlauf der Planungsphase hatte es Änderungen gegeben. Einer so genannten Bürgerenergiegesellschaft in der Rechtsform einer Genossenschaft für den Solarpark war der Vorzug gegeben worden, nachdem die Initiative „Tutzing klimaneutral 2035“, von der die Idee stammt, zunächst eigentlich gemeinsam mit der Energiegenossenschaft Fünfseenland an dem Projekt gearbeitet hatte. Aber in Tutzing gab es Bedenken, dass bei einer solchen Konstruktion die Tutzinger Bevölkerung nicht die erhoffte größere Rolle spielen werde, weil die Energiegenossenschaft Mitglieder in der gesamten Region rund um den Starnberger See und den Ammersee hat.
Das Engagement einiger finanzstarker Interessenten mit größeren Summen hat dann wiederum Befürchtungen ausgelöst, dass weniger vermögende Einheimische nicht zum Zuge kommen könnten. Solcher Skepsis ist der Vorstand mit dem Argument entgegengetreten, dass auch kleinere Beteiligungen ab 100 Euro oder 200 Euro möglich seien und dass nach dem üblichen genossenschaftlichen Modell jeder Anteilseigner unabhängig von der Höhe seiner Beteiligung nur ein Stimmrecht haben werde.
Die „produktive Inbetriebnahme“ wird für das erste Quartal 2027 angekündigt
In einer ersten Generalversammlung der Bürgerenergie Tutzing eG im Juni dieses Jahres hat der Vorstand sehr positiv über den aktuellen Stand des Projekts berichtet. Alle notwendigen Gutachten seien eingeholt, alle erforderlichen Genehmigungen erteilt, die Finanzierung gesichert und die rechtsverbindliche Vergabe an den Generalunternehmer erfolgt. Der Baubeginn wurde auf der Versammlung fürf Juli 2026 angekündigt, die „produktive Inbetriebnahme“ für das erste Quartal 2027.
Bei der Generalversammlung wurde auch ein bevorstehender personeller Wechsel bekanntgegeben. Vorstandsmitglied Marco Lorenz informierte die Mitglieder darüber, dass seine Vorstandskollegin Silke Heuschmann ihr Amt im Herbst auf eigenen Wunsch aus privaten Gründen niederlegen werde. Ihre Nachfolgerin soll die Tutzinger Rechtsanwältin Viola Dillmann werden.
Energieexperte ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender
Die Generalversammlung hat auch eine Erweiterung des Aufsichtsrats von bislang drei auf vier Mitglieder beschlossen. Als Hintergrund wurde die Entsendung von Dr. Thomas von Mitschke-Collande durch den Gemeinderat Tutzing als dessen Vertreter in das Gremium genannt. Zum Nachfolger des aus beruflichen Gründen ausgeschiedenen bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Perry Reisewitz wurde nach der Generalversammlung Kai Howaldt gewählt. Er bringt nach Angaben des Vorstands langjährige Erfahrung in der Energiewirtschaft, der Beratung von Energieversorgern und erneuerbaren Energieunternehmen sowie in der Entwicklung und dem Betrieb von Photovoltaik-Kraftwerken mit.
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