Energie
13.8.2026
Von vorOrt.news

Energie aus einer Hand

Gemeinde Tutzing bezieht ab 2028 neben Strom auch Gas für ihre Liegenschaften von der 17er Oberlandenergie

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Das Rathaus Tutzing und die anderen gemeindeeigenen Liegenschaften werden in Zukunft über die 17er Kommunalpartner GmbH sowohl mit Strom als auch mit Gas versorgt © L.G.

Die gemeindeeigenen Gebäude in Tutzing sollen von 2028 an aus einer Hand mit Energie versorgt werden. Bereits seit einiger Zeit bezieht die Gemeinde ihren Strom über die Gesellschaft 17er Kommunalpartner GmbH. Vom 1. Januar 2028 soll nun auch die Gasbeschaffung für die gemeindeeigenen Liegenschaften über diesen Weg laufen, wie der Gemeinderat beschlossen hat.

Stromnetzbetreiber ist in Tutzing die Bayernwerk AG – deren Stromnetz wird also in unserer Gemeinde genutzt. Stromlieferant ist die 17er Oberlandenergie. Sie hat eine Bündelausschreibung gewonnen, daher bezieht die Gemeinde ihren Strom von dort. Eine Bündelausschreibung Gas hatte vor einigen Jahren Energie Südbayern (ESB) gewonnen. Sie läuft zum 31. Dezember 2027 aus. Anschließend bezieht die Gemeinde Tutzing auch ihr Gas im Zuge der Inhouse-Vergabe von der 17er Oberlandenergie.

Beteiligung von Tutzing an 17er Oberlandenergie ermöglicht Inhouse-Vergabe ohne Ausschreibung

Die 17er Oberlandenergie ist ein regionaler Zusammenschluss der Gemeindewerke Murnau, der Stadtwerke Bad Tölz, Geretsried, Penzberg, Wolfratshausen und Weilheim sowie von mittlerweile über 40 weiteren Kommunen und Gemeinden aus dem bayerischen Oberland, darunter auch Tutzing.

Aus diesem Grund ist eine Ausschreibung für Strom und Gas nicht mehr notwendig, weil in diesem Fall eine „Inhouse-Vergabe“ möglich ist. Das bedeutet, dass die Gemeinde den Auftrag ohne öffentliche Ausschreibung direkt vergibt. Das ist nach Paragraf 108 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) erlaubt, wenn die Kommune das Unternehmen ähnlich wie eine eigene Dienststelle kontrolliert: Tutzing übt als Mitgesellschafter zusammen mit den anderen Kommunen einen bestimmenden Einfluss auf den Energieversorger aus.

Die 17er Oberlandenergie befindet sich zu 100 Prozent in kommunaler Hand, es gibt keine privaten Miteigentümer – das sichert die die Inhouse-Fähigkeit ab. Ein regulärer Verkauf von Strom an Endkunden gilt jedoch vergaberechtlich als "schädlicher Drittumsatz". Das gefährdet normalerweise die Inhouse-Grenze von maximal 20 Prozent. Um dieses Problem rechtssicher zu lösen, wurde das Partnermodell über eine Tochtergesellschaft – in diesem Fall die 17er Kommunalpartner GmbH - organisiert. Diese Struktur stellt sicher, dass die Energiebeschaffung für den kommunalen Eigenverbrauch - zum Beispiel für das Tutzinger Wasserwerk oder Schulen - rein im Rahmen des erlaubten Inhouse-Geschäfts abgewickelt wird, getrennt vom freien Marktgeschäft.

Nach Angaben der 17er Oberlandenergie landen alle bei ihr erwirtschafteten Gewinne „nicht in den Taschen anonymer Konzerne“, sondern sie fließen zurück an alle über 40 Teilhaberstädte und -gemeinden in der Region. Die Gemeinde Tutzing erhält nach eigenen Angaben als Gesellschafter keine Gewinnanteile, sondern eine Aufwandsentschädigung, die nach Kundenanzahl abgerechnet werde. Die Gemeinde habe entsprechende Zahlungen bereits erhalten.

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Strombezug vom künftigen Bürgerenergiepark "denkbar"

Ein Strombezug der Gemeinde Tutzing vom künftigen Bürgerenergiepark sei „sicherlich denkbar“, erklärt die Gemeinde auf eine Frage hierzu. Genauere Angaben lägen ihr dazu aber nicht vor. Der von der Genossenschaft die Bürgerenergie Tutzing eG geplante lokale Solarpark am Oberen Hirschberg soll ab 2027 „sauberen Strom direkt in unserer Gemeinde produzieren, finanziert von uns Bürgerinnen und Bürgern“, wie es die Initiatoren auf ihrer Webseite formulieren: „Statt auf große Konzerne zu setzen, gestalten wir die Energiewende selbst – fair, transparent und nah an den Menschen.“ Errichtet wird nach den Angaben eine 5,7 MWp starke vertikal ausgerichtete Photovoltaikanlage mit landwirtschaftlicher Doppelnutzung, ergänzt durch einen 5,6 MWh Stromspeicher. In einem weiteren Bauabschnitt sollen 20 Ladepunkte für PKW, LKW und Busse – auch für den ÖPNV, hinzukommen, ergänzt mit weiterem Speicher.

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