Energie
26.4.2026
Von vorOrt.news

„MiTeinander“ soll Tutzing voranbringen

Die Initiative geht am Mittwoch erstmals an die Öffentlichkeit – Umfangreiches Programm

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Tutzing im Blick: Lokale Akteure wirken schon seit einiger Zeit in zwei Arbeitskreisen der Initiative "MiTeinander" mit, unter ihnen der Unternehmer Jochen Twiehaus (rechts), hier im Gespräch auf dem Dach des von seinem Büro geplanten Lobster-Gebäudes an der Bräuhausstraße © joinTransition gGmbH

„Neue Energie für Tutzing“: Das klingt vielversprechend. Für Mittwoch dieser Woche hat die Gemeinde Tutzing unter diesem Motto zu einer Veranstaltung ins Rathaus eingeladen. Und zwar gemeinsam mit zwei Initiativen namens „MiTeinander“ und „Komm:Transform“. Neue Energie für Tutzing Was steckt dahinter?

„MiTeinander“ wird eine Initiative genannt, die in Tutzing gemeinsam mit lokalen Akteuren bereits seit längerer Zeit vor allem in den beiden Bereichen Energie und Wirtschaft Fortschritte zu erzielen versucht. In nicht-öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats war sie schon zwei Mal vertreten. Mit der Veranstaltung am Mittwoch wenden sich die Initiatoren erstmals an die Tutzinger Öffentlichkeit.

Bis zum Ende dieses Jahres ist ein umfangreiches Programm vorgesehen. Darunter sind eine Online-Veranstaltung „Energie managen“ mit Startups, eine „MiT-Geh-Tour“ zu vier beispielhaften Orten in Tutzing, die Vorstellung von Tutzinger „Energiehelden“, Unterstützungsformen für Wohneigentümergemeinschaften und Quartiere, eine Energiemesse mit lokalen Anbietern sowie Energieprojekte und Aktionen in den Tutzinger Schulen.

Ein "digitaler Zwilling" von Tutzing

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Nick Tewes begleitet "kommunale Transitionen" unter anderem in Tutzing © joinTransition gGmbH

In Arbeitskreisen für die beiden Bereiche Energie und Wirtschaft wirken mehrere Mitglieder des Tutzinger Gemeinderats, Unternehmer und Vertreter der Starnberger Wirtschaftsfördergesellschaft gwt mit. Hauptinitiator ist Nick Tewes aus Stockdorf, der nach unterschiedlichen Tätigkeiten, unter anderem als Journalist und Stratege in verschiedenen Branchen sowie beim Versicherungskonzern Allianz, heute nach eigenen Angaben gemeinnützig „kommunale Transitionen“ begleitet. Eine Gesellschaft „MiT Energie AG“ bringe bereits Initiativen wie „Tutzing klimaneutral 2035“, die Bürgerenergiegenossenschaft Tutzing, Klima3, die Klimaagentur der drei Landkreise Fürstenfeldbruck, Landsberg und Starnberg, Bürgermeister und Gemeinderäte zusammen, sagt Tewes. Im Juni ist er mit seiner Gesellschaft „JoinTransition“ auch Kooperationspartner der„Tutzinger Transitionstage 2026“ in der Akademie für politische Bildung, bei denen es um innovative Ansätze für die kommunale Ebene geht.

Über die Initiative „Komm:Transform“, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird, arbeitet Tewes nach eigenen Angaben mit 50 Startups, also jungen Unternehmen zusammen. Deutschlandweit würden in mehreren Kommunen lokale Transformationsprozesse durchgeführt. Mehrere Energie-Startups sollen bei der Veranstaltung am Mittwoch in Tutzing vorgestellt werden: Ecomates (Biogas aus Speiseresten), Ecoready (Automatisierte Richtlinienüberwachung), Emulate (Home-Energy Management), Nextract (Energiemanagement für Batteriespeicher), Nuno Labs (Kurzfristprognose Solarparks), Sunnday (Solarenergie ohne Eigenkapital), Viadukt (Gebäudeanalysen und Modernisierung) sowie Zählerfreunde (Energiemanagement für Haushalte und Unternehmen). Das Unternehmen Viadukt kündigt einen „digitalen Zwilling“ von Tutzing an – „eine digitale Kopie der Kommune“, sagt Tewes. Eine solches virtuelles Abbild soll Simulationen, Analysen und Potenziale für jedes Gebäude im Ort aufzeigen können.

Auf die bekannten Risiken von Startups angesprochen sagt Tewes: „Wir haben bis auf wenige Ausnahmen Unternehmen dabei, die schon Geschäftsbetrieb haben.“ Natürlich müssten sich potenzielle Kunden solche Unternehmen genau anschauen. An entsprechende Informationen zu kommen, sei auch ein Sinn des Projekts.

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„Wir wollen, dass die Leute kommen, die sich für die Energiewende interessieren"

In Tutzing setzt Tewes Erwartungen unter anderem in die derzeit laufenden Bemühungen um die Wärmeplanung mit einem Nahwärmenetz und ein Budget der Gemeinde für diesen Zweck. Die Veranstaltung am Mittwoch soll keine Verkaufsveranstaltung sein, versichert er, sondern eine „Dialog-Vermittlung“. Ziel sei es, alle Akteure zusammenzubringen, die sich mit der Energiewende beschäftigen, „um herauszufinden, was man machen kann“ und um eine Veränderung im Ort herbeizuführen: „Wir wollen, dass die Leute kommen, die sich für die Energiewende interessieren und dass sie mitdiskutieren, wie wir das vorantreiben können."

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