Brauchtum
20.9.2026
Von Gregor Staltmaier / vorOrt.news

Tutzinger Auftritt allseits bewundert

Für den prachtvollen Blumenschmuck beim Wiesn-Festzug hat Claudia Streng-Otto gesorgt

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Claudia Streng-Otto mit Tochter Veronika und Gilde-Mitglied Hubert Beer

Die Fischerhochzeit ist zwar schon einige Wochen vorbei – aber am heutigen Sonntag war ihr Schwung in München noch einmal zu spüren. Beim Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest waren auch die Tutzinger vertreten: Rund 120 Mitglieder der Tutzinger Gilde zogen unter der Zugnummer 37c mit. Dabei waren auch Mara Bove und Valentin Müller, das Brautpaar der diesjährigen Fischerhochzeit, in einer festlich geschmückten Kutsche.

Für Rudi Sigl, den 2. Gildemeister, ging der Fest-Sonntag am frühesten los. Bereits um 6 Uhr hat er sich mit dem historischen Wagenschiff, auf einem Anhänger geladen, auf den Weg nach München gemacht. Vier Stunden später waren die Tutzinger dann auf dem rund sieben Kilometer langen Festzug unterwegs, nicht nur in Tracht, sondern auch mit reichlich Blütenpracht. Dafür hat Claudia Streng-Otto gesorgt. Für sie begann der Festzug allerdings nicht erst am Sonntagmorgen. „Mein Kopf fängt Wochen vorher das Denken an“, sagt die gelernte Friedhofsgärtnerin.

Vor rund 25 Jahren kam sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Töchtern zur Gilde. Die damaligen Verantwortlichen wussten von ihrer Ausbildung und fragten sie, ob sie beim Blumenbestellen mithelfen wolle. Thea Kraus, Brigitte und Hartl Lauerer sowie Christa und Peter Lederer gehörten zu denen, die sie damals an die Aufgabe heranführten. „Ich habe mich sehr gefreut und empfand es als Ehre, dort mitmachen zu dürfen“, erzählt Streng-Otto.

Sonnenblumen, Gladiolen und Chrysanthemen für das historische Wagenschiff

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Die Gildemänner Thomas Kräh, Rudi Sigl und Walter Falkner (v.l.) beim Verladen des historischen Wagenschiffs

Seit nunmehr vierzehn Jahren laufen bei Claudia Streng-Otto die Fäden zusammen. Fünf bis sechs Wochen vor dem Festzug beginnt die Planung: Was gibt die Jahreszeit gerade her? Welche Mengen werden benötigt? Wer kommt zum Helfen? Zwei Wochen vorher werden die Blumen bestellt. In diesem Jahr kommen sie vom „Blumenladen am See“.

Nach dem eher gedeckten Blumenschmuck der Fischerhochzeit Ende Juli durfte es diesmal kräftiger leuchten. 60 Sonnenblumen standen auf ihrer Einkaufsliste, dazu jeweils rund 20 rote Gladiolen, Chrysanthemen und orangefarbene Dahlien. Besonders prächtig wurde wieder das große Gesteck am Heck des historischen Wagenschiffs. Auch an Bord finden sich Blumen in den Vasen. Das Fischerhochzeits-Tafelschild ist mit Rosen geschmückt, ebenso die Kutsche von Mara Bove und Valentin Müller, in der auch Bürgermeister Ludwig Horn und seine Frau Maria Platz genommen haben. Und welche Blume ihr persönlich am liebsten ist? Die Antwort kommt ohne Zögern: „Meine Lieblingsblumen sind die Gladiolen.“

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Insgesamt 50 Gilde-Leute helfen und proben für den Festzug

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Marschierprobe © Fotos: Gregor Staltmaier

Rund 50 Helferinnen und Helfer haben sich am Samstag am Bauhof der Gemeinde getroffen. Dabei ging es nicht nur ums Schmücken. Auch das Marschieren will geübt sein, wenn der lange Festzug durch München führt. Besonders freut Streng-Otto, dass viele der Helfer neu im Verein sind. „Es macht einfach Spaß, mit so vielen begeisterten Gilde-Leuten zu arbeiten“, sagt sie.

Und dann gab es für Streng-Otto heute wieder diesen einen Moment, auf den sie trotz aller Erfahrung jedes Mal wartet. Erst wenn Schiff und Blumenschmuck heil in München angekommen sind, ist die größte Sorge vorbei: „Mir fällt jedes Mal wieder ein Stein vom Herzen, wenn der Blumenschmuck die Fahrt nach München heil überstanden hat.“ Dieser Wunsch wurde ihr heute erfüllt - und ihr prächtiger Blumenschmuck wurde während des Zugs allseits bewundert.

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