Brauchtum
19.9.2026
Von Gregor Staltmaier

Mit dem Fischerhochzeitspaar auf die Wiesn

Rund 120 Mitglieder der Tutzinger Gilde ziehen morgen beim Umzug mit - Claudia Streng-Otto sorgt für Blumenpracht

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Claudia Streng-Otto mit Tochter Veronika und Gilde-Mitglied Hubert Beer

Die Fischerhochzeit ist zwar schon einige Wochen vorbei – aber am Sonntag ist ihr Schwung in München noch einmal zu spüren. Wenn sich der Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest um 10 Uhr in Bewegung setzt, sind auch die Tutzinger vertreten: Rund 120 Mitglieder der Tutzinger Gilde ziehen unter der Zugnummer 37c mit. Dabei sind auch Mara Bove und Valentin Müller, das Brautpaar der diesjährigen Fischerhochzeit, in einer festlich geschmückten Kutsche.

Für Rudi Sigl, den 2. Gildemeister, dürfte der Fest-Sonntag am frühesten losgehen. Bereits um 6 Uhr macht er sich mit dem historischen Wagenschiff, auf einem Anhänger geladen, auf den Weg nach München. Vier Stunden später sind die Tutzinger dann auf dem rund sieben Kilometer langen Festzug unterwegs, nicht nur in Tracht, sondern auch mit reichlich Blütenpracht. Dafür sorgt Claudia Streng-Otto. Für sie beginnt der Festzug allerdings nicht erst am Sonntagmorgen. „Mein Kopf fängt Wochen vorher das Denken an“, sagt die gelernte Friedhofsgärtnerin.

Vor rund 25 Jahren kam sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Töchtern zur Gilde. Die damaligen Verantwortlichen wussten von ihrer Ausbildung und fragten sie, ob sie beim Blumenbestellen mithelfen wolle. Thea Kraus, Brigitte und Hartl Lauerer sowie Christa und Peter Lederer gehörten zu denen, die sie damals an die Aufgabe heranführten. „Ich habe mich sehr gefreut und empfand es als Ehre, dort mitmachen zu dürfen“, erzählt Streng-Otto.

Sonnenblumen, Gladiolen und Chrysanthemen für das historische Wagenschiff

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Die Gildemänner Thomas Kräh, Rudi Sigl und Walter Falkner (v.l.) beim Verladen des historischen Wagenschiffes

Seit nunmehr vierzehn Jahren laufen bei Claudia Streng-Otto die Fäden zusammen. Fünf bis sechs Wochen vor dem Festzug beginnt die Planung: Was gibt die Jahreszeit gerade her? Welche Mengen werden benötigt? Wer kommt zum Helfen? Zwei Wochen vorher werden die Blumen bestellt. In diesem Jahr kommen sie vom „Blumenladen am See“.

Nach dem eher gedeckten Blumenschmuck der Fischerhochzeit Ende Juli darf es diesmal kräftiger leuchten. 60 Sonnenblumen stehen auf ihrer Einkaufsliste, dazu jeweils rund 20 rote Gladiolen, Chrysanthemen und orangefarbene Dahlien. Besonders prächtig wird wieder das große Gesteck am Heck des historischen Wagenschiffs. Auch an Bord finden sich Blumen in den Vasen. Das Fischerhochzeits-Tafelschild wird mit Rosen geschmückt, ebenso die Kutsche von Mara Bove und Valentin Müller, in der auch Bürgermeister Ludwig Horn und seine Frau Maria Platz nehmen werden. Und welche Blume ihr persönlich am liebsten ist? Die Antwort kommt ohne Zögern: „Meine Lieblingsblumen sind die Gladiolen.“

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Insgesamt 50 Gilde-Leute helfen und proben für den Festzug

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Marschierprobe © Fotos: Gregor Staltmaier

Rund 50 Helferinnen und Helfer haben sich heute am Bauhof der Gemeinde getroffen. Dabei ging es nicht nur ums Schmücken. Auch das Marschieren will geübt sein, wenn morgen der lange Festzug durch München führt. Besonders freut Streng-Otto, dass viele der Helfer neu im Verein sind. „Es macht einfach Spaß, mit so vielen begeisterten Gilde-Leuten zu arbeiten“, sagt sie.

Und dann gibt es für Streng-Otto noch diesen einen Moment, auf den sie trotz aller Erfahrung jedes Mal wartet. Erst wenn Schiff und Blumenschmuck heil in München angekommen sind, ist die größte Sorge vorbei: „Mir fällt jedes Mal wieder ein Stein vom Herzen, wenn der Blumenschmuck die Fahrt nach München heil überstanden hat.“

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