Brauchtum
2.5.2026
Von vorOrt.news

1500 Menschen feiern den neuen Maibaum

Viele kamen von nah und fern nach Unterzeismering – Wünsche nach Wirtshaus im Bauerngirgl

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Kraftakt: Traditionell wurde der Maibaum per Hand emporgestemmt

Unterzeismering stand am Freitag im Mittelpunkt. Der Dorfplatz des Tutzinger Ortsteils war voller Menschen, als die Schützengesellschaft Edelweiß den neuen Maibaum aufgestellt hat. Etwa 1500 Personen wollten sich das nicht entgehen lassen. Michael Knott vom Vorstand der Edelweißschützen wirkte selbst überrascht. „Das waren doppelt so viele Leute wie früher beim Maibaum-Aufstellen“, sagte er. Viele kamen aus diesem Grund aus anderen Orten dazu, so etwa aus Bad Tölz oder aus München.

Es war eine Feier in schönster Atmosphäre bei mitreißender Begleitung durch die Musikkapelle Haunshofen. Im einstigen Biergarten des Bauerngirgl, in dem früher eine Wirtschaft betrieben wurde, auf der Dorfstraße daneben und auf weiteren Flächen waren Biertische und -bänke aufgestellt, und viele standen, um das Geschehen besser verfolgen zu können. Alle beobachteten beeindruckt den gewaltigen Kraftakt, mit dem der etwa 30 Meter hohe Baum Stück für Stück immer weiter emporgestemmt wurde - natürlich traditionell per Hand.

Den prächtigen Stamm hat Lorenz Mayr, der Inhaber des Hofguts Bernried, den Unterzeismeringern in nachbarschaftlicher Freundschaft zur Verfügung gestellt. Sepp Schägger, der 1. Vorsitzende der Edelweißschützen, hat den gerade gewachsenen Baum fachkundig ausgesucht. Etwa 80 Personen haben mitgeholfen, alles vorbereitet, den Stamm behandelt und traditionell blau-weiß gestrichen, die vielen Menschen betreut und später alles wieder abgebaut.

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Fast wir früher: Der Biergarten neben dem Bauerngirgl hat für wehmütige Erinnerungen gesorgt
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Gerade gewachsen, prächtig geschmückt: Der neue Maibaum von Unterzeismering ist ein Prachtstück

Natürlich war auch für schmackhaftes Essen und für Getränke gesorgt. 1200 Liter Bier wurden getrunken, dazu 400 Aperol-Spritz. Verspeist wurden 400 Hendl, 200 Portionen Schweinsbraten und jede Menge Currywürste mit Kartoffelsalat.

Der Betreiber des Hendl-Grillwagens, den die meisten Einheimischen aus Garatshausen kennen, war mit seinen schmackhaften Angeboten dabei. Er hat allen Helfern Hendl und Pommes frites spendiert – und natürlich waren sie alle begeistert.

Als der Baum an seinem Standort aufgerichtet war, gab es noch eine Überraschung: Tutzings Bürgermeister Ludwig Horn und Michael Knott versteigerten Maibaumbänke - schön gestaltete Bänke, die aus dem alten Maibaum angefertigt worden waren. 4500 Euro kamen bei dieser Versteigerung zusammen. Horn war sichtlich begeistert von diesem traditionellen Ereignis, das in bester Gemeinschaft gefeiert wurde.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand neben dem neuen Maibaum auch die früher sehr beliebte Wirtschaft im Bauerngirgl. Viele vermissen sie bis heute, wie sich bei dieser Gelegenheit wieder zeigte.

Der dazugehörige Biergarten wurde nun erstmals seit langer Zeit wieder für seinen ursprünglichen Zweck genutzt. An allen Ecken war der Wunsch nach einer Wiedereröffnung des Lokals zu hören. Aber der Biergarten neben dem Bauerngirgl war diesmal wohl ein einmaliges Ereignis.

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Schöne Maibaumbänke gab es bei einer Versteigerung, die 4500 Euro einbrachte © L.G.
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