Von Benjamin Kessel

Jeder darf, keiner muss

Von der Einserbande bis zur Naturforschung: Neue Kurse im Tutzinger Hort Krambambuli ab Montag

Hinweis: Der Autor ist an dem in diesem Artikel beschriebenen Unternehmen wirtschaftlich ganz oder teilweise beteiligt bzw. handelt auf Veranlassung einer solchen Person.
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Bella Wildherz - Die Natur, die Wissen schafft! © Benjamin Kessel
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Ab Montag wird es im Tutzinger Hort Krambambuli noch ein Stück vielfältiger. Neben dem gewohnten Hortalltag startet ein umfangreiches Kursangebot, aus dem die Kinder selbst auswählen können. Von der Einserbande über die Rhythmusfabrik, von der Autorally bis zur kleinen Bühne reicht das Spektrum der Angebote, die von den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hortes vorbereitet und begleitet werden.
Das Besondere daran: Die Kinder entscheiden selbst, worauf sie Lust haben. Bis zu drei Kurse können sie an einem Tag besuchen, aber niemand muss teilnehmen.

Jeder darf, keiner muss
Damit entsteht ein Angebot, das unterschiedliche Interessen, Begabungen und Tagesformen berücksichtigt. Manche Kinder möchten sich bewegen, andere gestalten, bauen, musizieren oder Theater spielen. Wieder andere wollen beobachten, ausprobieren und herausfinden, warum die Welt eigentlich so funktioniert, wie sie funktioniert.

Genau dort setzt auch ein neues Angebot von Bella Wildherz an.

Die Natur, die Wissen schafft!
Unter diesem Titel startet im Krambambuli ein neues Naturforschungsformat. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die fertige Antwort, sondern zunächst eine Frage.

Warum werden Blätter im Herbst bunt? Gibt ein Blatt Wasser ab, obwohl wir keinen Tropfen sehen? Was passiert eigentlich an einem Zweig, bevor ein Blatt zu Boden fällt? Und wie könnte man selbst herausfinden, ob die eigene Vermutung stimmt?
Kinder sollen Naturwissenschaft dabei nicht nur erklärt bekommen. Sie sollen erleben, wie Wissen entsteht.

Der Ablauf folgt deshalb immer einem ähnlichen Prinzip:

Beobachten – Fragen – Vermuten – Prüfen – Verstehen – Weiterfragen

Eine Naturbeobachtung wird zum Ausgangspunkt. Die Kinder entwickeln Vermutungen, überlegen gemeinsam, wie sich eine Frage untersuchen lässt, führen kleine Experimente durch und vergleichen ihre Beobachtungen.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, möglichst schnell die „richtige“ Antwort zu kennen. Eine Vermutung darf falsch sein. Ein Experiment darf nur einen Teil einer Frage beantworten. Und manchmal entsteht aus einer Antwort gleich die nächste Forschungsfrage.
Denn genau so funktioniert Naturwissenschaft.

Zum Auftakt wird der Herbst erforscht

Die erste Einheit beschäftigt sich mit einer Veränderung, die derzeit überall in Tutzing zu beobachten ist: den bunten Herbstblättern.
Die Kinder begleiten unter anderem einen Baum über mehrere Wochen, untersuchen die unterschiedlichen Farbstoffe eines Blattes, machen den Wasserverlust von Blättern sichtbar und schauen sich genauer an, was an der Stelle passiert, an der sich ein Blatt vom Zweig löst.
Eine kurze Hörgeschichte mit Bella und Elly eröffnet dabei die Forschungsfragen. Anschließend wird selbst beobachtet und ausprobiert.
Bella gibt also nicht sofort die Lösung vor.
Sie fragt mit den Kindern.

Naturforschung auch für Kinder außerhalb des Hortes

Das neue Format bleibt jedoch nicht auf den Hort beschränkt.
„Die Natur, die Wissen schafft!“ steht kostenlos auch online zur Verfügung. Familien, Kinder, Lehrkräfte und andere pädagogische Einrichtungen können die Hörgeschichte und die dazugehörigen Forschungsmaterialien zu Hause oder in der eigenen Gruppe nutzen.
Benötigt werden dabei überwiegend Dinge, die ohnehin vorhanden sind: Papier, Stifte, ein Glas, ein Kaffeefilter, ein transparenter Beutel und vor allem ein wenig Neugier.

So kann aus einem Spaziergang, einem Blatt auf dem Boden oder einem Baum vor der Haustür plötzlich eine Forschungsfrage entstehen.
Genau das ist die Idee hinter dem neuen Format:

Kinder müssen Natur nicht erst vollständig verstehen, bevor sie anfangen dürfen, sie zu erforschen

Sie dürfen hinschauen.
Sie dürfen fragen.
Sie dürfen vermuten.
Sie dürfen sich irren.

Und sie dürfen selbst herausfinden, was ihre Beobachtung wirklich zeigt.
Die Natur, die Wissen schafft!
Fragen. Beobachten. Verstehen.

Quelle Titelbild: Benjamin Kessel
ID: 9229
Über den Autor
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Benjamin Kessel

Ich bin Benjamin Kessel, Autor, Podcaster, Pädagoge und Dyskalkulietherapeut aus Tutzing. Ich schreibe über Bildung, Natur, Digitalisierung und Menschen, die unsere Region mit Engagement bewegen.

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