Bauplanung
19.7.2026
Von vorOrt.news

Gymnasiasten planen für Thomaplatz

Entwürfe für ein neues Podest überzeugen - Schüler sollen auch beim Aufbau mitwirken

Thomaplatz5.png
Das alte Podest vor dem Ortsmuseum ist abgebaut worden © L.G.

Der Thomaplatz vor dem Tutzinger Ortsmuseum ist mehr als ein Platz mit Bank. Über Jahre war das dortige Podest einer der meistgenutzten Treffpunkte im Ort. Schülerinnen und Schüler verbrachten dort ihre Mittagspause, Badegäste ihre Pause auf dem Weg zum See. Nicht zuletzt ist das Ortsmuseum zusammen mit dem Platz einer der beliebtesten Orte für Eheschließungen in Tutzing.

Im Winter musste das alte Holzpodest jedoch aus Sicherheits- und Versicherungsgründen abgebaut werden: Jahre der Witterung hatten Schäden hinterlassen, die eine weitere Nutzung nicht mehr verantwortbar machten.

Das alte Podest war kein Zufallsprodukt. Der Tutzinger Architekt Gottfried Herz hatte seine Grundfläche einst exakt nach den Maßen des ehemaligen Klassenzimmers im historischen Schulhaus entworfen – jenem Gebäude, in dem heute das Ortsmuseum untergebracht ist. Über diese gestalterische Verbindung sollte der Bezug zwischen altem Schulhaus, heutigem Museum und dem Platz sichtbar bleiben.

Diesen Charakter als Treffpunkt und Sitzgelegenheit mit historisch-pädagogischer Bedeutung will die Gemeinde erhalten. Dabei war von Anfang an klar, dass sie selbst kein Geld beisteuern will – mit Ausnahme der Montagearbeiten durch den Bauhof. Stattdessen soll die Erneuerung über Spenden finanziert werden, koordiniert von der Verwaltung in Absprache mit dem Verschönerungsverein und dem Jugendbeirat.

Zu Beginn des neuen Schuljahres soll das Podest errichtet werden

Podest2.png
Die Entwürfe vonm Schülerinnen und Schülern überzeugten offenbar auf ganzer Linie. Ausgewählt wurde eine Kombination aus zwei Entwürfen. © Gymnasium Tutzing / Gemeinde Tutzing

Der Verschönerungsverein startete deshalb eine Spendensammlung, die bislang 3860 Euro einbrachte. Parallel dazu suchte die Verwaltung Kontakt zum Gymnasium Tutzing. Nach Gesprächen mit Schuldirektor Andreas Thalmaier wurde vereinbart, die Schule über ein Kunstprojekt in die Planung einzubinden: Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses entwickelten eigene Entwürfe für das neue Podest. Später sollen sie auch handwerklich beim Bau mit dem Bauhof zusammenarbeiten.

Die Entwürfe überzeugten offenbar auf ganzer Linie. Nach einer Begutachtung vor Ort wählte die Verwaltung in Abstimmung mit den Schülerinnen und Schülern eine Kombination aus zwei Entwürfen aus – eine Lösung, die sich sowohl handwerklich durch die Bauhof-Mitarbeiter umsetzen lässt als auch pflegeleicht und dauerhaft instandhaltbar sein soll.

Zum Problem wurde es erst bei den Materialkosten. Kurzfristig ist noch ein Angebot für das benötigte Holz eingegangen – sogar etwas niedriger als ursprünglich gedacht, nämlich 7000 Euro für das komplette Material. Rechnet man noch knapp 1000 Euro für Zubehör wie Schrauben hinzu, kommt die Gemeinde auf Gesamtkosten von rund 8000 Euro. Gedeckt sind davon bislang knapp 4000 Euro aus der Spendensammlung des Verschönerungsvereins – die Finanzierungslücke soll durch einen erneuten Spendenaufruf weiter verkleinert werden.

Neben dem neuen öffentlichen Spendenaufruf sollen fehlende Restmittel notfalls aus einer Haushaltsstelle für Uferbefestigungen bereitgestellt werden, wo für dieses Jahr Minderausgaben erwartet werden. Ein vor zwei Jahren gefasster Grundsatzbeschluss, nach dem keine regulären Gemeindemittel fließen sollen, soll davon unberührt bleiben.

Am benachbarten Thomahaus, in dem inzwischen ein Kiosk untergebracht ist, soll die Fensterfront beschattet und die Eingangsfront beschriftet werden. Die entsprechenden Mittel dafür sollen in die Haushaltsberatung einfließen. Die Errichtung des Podests soll gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu Beginn des neuen Schuljahres in Angriff genommen werden.

Anzeige
Werbung_2_EDEKA_HEISS.gif
ID: 9013
Über den Autor

vorOrt.news

Kommentar hinzufügen

Anmelden , um einen Kommentar zu hinterlassen.

Kommentare

Der Thomaplatz ist ein Juwel in Tutzing! Schön, dass der Platz lebenswert gehalten wird. Verwaltung, Schule, Verschönerungsverein und Jugendbeirat wirken zusammen – toll, dass solche Kooperationen Früchte tragen. Das neue Café ist auch sehr nett. Ich würde mich freuen, wenn in naher Zukunft noch das Thomas-Haus saniert werden würde. Dort dauerhaft ein Café und oben vielleicht ein Jugendzentrum würden dort doch ideal passen. Alternativ würde ich mich über eine Vergrößerung des Ortsmuseums freuen!

An den Verschönerungsverein: Wo kann man spenden für das Podest?
(Bearbeitet)