Die Grundstücke des Verbands Wohnen im Tutzinger Schönmoos bleiben bisher weiter leer. Die alten Wohnblöcke dort sind schon 2023 abgebrochen worden, eine neue Wohnanlage ist seit Jahren geplant – aber wann und ob sie errichtet wird, ist nicht abzusehen. Dem Verband Wohnen fehlt es ihm an finanziellen Mitteln für Neubauten, die meisten Kommunen des Landkreises Starnberg – so auch Tutzing – sehen sich zurzeit nicht zur Zahlung der eigentlich vereinbarten, jährlich anfallenden Wohnbau-Umlage in der Lage.
Das alles sorgt, gerade wegen des vielfach beklagten Mangels an bezahlbarem Wohnraum, für kritische Diskussionen. Die Grünen haben im Januar im Gemeinderat einen Antrag eingebracht: Sie plädieren für eine enge Kooperation zwischen dem Verband Wohnen, der Gemeinde und einer bürgergetragenen, noch zu gründenden Genossenschaft. Damit sollen Konsequenzen aus den aktuellen finanziellen Problemen des Verbands gezogen werden.
Der Antrag der Grünen zur Wohnanlage im Schönmoos:
Im Gemeinderat gab es dazu einen Beschluss, nach dem der Geschäftsführer des Verbands Wohnen zu einem Gespräch über dieses Thema in den Gemeinderat eingeladen werden soll. Aber wie der Beschluss zu interpretieren ist, darüber gehen die Meinungen auseinander.
Gemeinderat Bernd Pfitzner von den Grünen hat uns zu diesem Thema heute diesen Beitrag geschickt, den wir veröffentlicht haben:
Bernd Pfitzner: Nächster Schritt für Wohnprojekt Schönmoos ist vereinbart
Die Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen in Tutzing freut sich über die mehrheitliche Unterstützung ihres Antrags zum Wohnbauprojekt Schönmoos im Gemeinderat. Damit ist der Weg frei, das Projekt für bezahlbaren Wohnraum gemeinsam mit dem Verband Wohnen und einer neu zu gründenden Wohnbaugenossenschaft Tutzing weiter voranzubringen. Ziel ist es, die fachliche Kompetenz des Verbands Wohnen mit Bürgerkapital und lokaler Verantwortung zu verbinden, um Schönmoos zügig und dauerhaft gemeinwohlorientiert zu realisieren.
Als nächster Schritt ist für Mitte März ein gemeinsames Treffen von Bürgermeister Ludwig Horn, den Gemeinderäten Michael Ehgartner und Bernd Pfitzner mit Christian Stumpf, dem Geschäftsleiter des Verbands Wohnen im Landkreis Starnberg, vereinbart. In diesem Gespräch sollen die konkreten Möglichkeiten einer Kooperation und die weiteren Schritte zur Umsetzung des Projekts im Lichte der aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen beraten werden.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können schon jetzt ihr Interesse an dem Projekt bekunden. Diese werden dann über die weitere Entwicklung des Projekts Schönmoos unterrichten. Mit der Eintragung zum Newsletter geben uns die Bürgerinnen und Bürger die Unterstützung für den eingeschlagenen Weg und signalisieren das Interesse am Genossenschaftsmodell und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Tutzing.
Bitte senden Sie dafür eine E Mail mit Ihren Kontaktdaten an genossenschaft@bernd-pfitzner.bayern mit dem Stichwort „Newsletter Schönmoos“Ein . Weitere Informationen unter https://bernd-pfitzner.bayern/genossenschaft.
Siehe auch hier: Nächster Schritt für Wohnprojekt Schönmoos ist vereinbart
Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg: Unwahre Tatsachen
Zu dem Beitrag von Bernd Pfitzner hat Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg von der Tutzinger Liste um eine Gegendarstellung gebeten:
Der Artikel enthält unwahre Tatsachen, die einen irreführenden tatsächlichen Eindruck verbreiten. Ich bitte daher um folgende Richtigstellung in einem eigenen Artikel der vorort.news.
In der Sitzung des Gemeinderats am 13.01.2026 ist der Antrag der Grünen nicht beschlossen worden, er war nicht mehrheitsfähig. Der Bürgermeister hat die Wortmeldungen der Ratsmitglieder daraufhin, wie in meinem Protokoll dokumentiert, in einem Beschlussvorschlag neu formuliert. Diese geänderte Beschlussvorlage, die eine grundsätzliche Unterstützung des genossenschaftlichen Gedankens und die Einladung des Verbands Wohnen in eine Gemeinderatssitzung vorsieht, findet sich so nicht im Artikel von Herrn Pfitzner.
Mir geht es deshalb um eine sachliche Richtigstellung, worauf sich der Gemeinderatsbeschluss tatsächlich bezieht und welche Schritte darin vereinbart wurden. Dass der 1. Bürgermeister und Grüne nun einen Termin mit dem Verband Wohnen vereinbart haben, entspricht nicht dem vorstehend genannten Beschluss des Gemeinderats vom 13.01.2026.
Der Realisierung der Wohnanlage Schönmoos näherzukommen, um mehr Wohnraum in Tutzing schaffen, ist ein gemeinsames Ziel des Tutzinger Gemeinderats.
Das Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 13. Januar 2026 von Dr. Behrens-Ramberg:
https://www.tutzinger-liste.de/blog/gr-der-haushalt-kann-sich-sehen-lassen/
Der Beschluss des Gemeinderats
Ein von der Gemeindeverwaltung formulierter Beschlussvorschlag lautete anders als der Antrag der Grünen:
„Grundsätzlich wird der genossenschaftliche Gedanke im Bereich des bezahlbaren Wohnens, insbesondere in der Finanzierung, durch den Gemeinderat begrüßt. In Zusammenarbeit mit dem Verband Wohnen soll eine Kooperation zwischen dem Verband Wohnen und einer denkbaren Genossenschaft im Zuge der angedachten Neuausrichtung des Verbands Wohnen als eine mögliche Option eingebracht werden. Hierzu soll der Verband Wohnen in eine Gemeinderatssitzung eingeladen werden.“
Diesem Beschluss wurde in der Gemeinderatssitzung zugestimmt. Zuvor hatte Bernd Pfitzner von den Grünen die Idee erläutert, Gelder von Bürgern zu sammeln, eine Wohnungsgenossenschaft zu gründen und das Wohnprojekt zusammen mit dem Geld der Kommunen zu realisieren. Dies könne eine Möglichkeit sein, das Projekt zeitnah zu verwirklichen.
Stefan Feldhütter (Freie Wähler) sagte dazu: „Beim Ziel sind wir uns weitgehend einig – aber haben Sie mit dem Verband Wohnen geredet?“ Er sah das Risiko, dass diese Vorgehensweise das Projekt nicht beschleunigen, sondern gefährden werde. Pfitzner erwiderte: „Man kann zuerst zum Verband gehen, man kann aber auch zuerst hier reden.“ Feldhütter war anderer Meinung: „Das ist verhandlungstaktisch ungeschickt, wenn man das schon präjudiziert, bevor man mit dem Partner redet.“
Auch Barbara Doll (fraktionslos) und Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste) setzten sich dafür ein, den Verband Wohnen in den Gemeinderat einzuladen und ihn zu fragen, was er von dem Vorschlag halte. Caroline Krug (ÖDP) sah es anders: „Wir stellen den Verband ja nicht vor vollendete Tatsachen – es soll ja nur ein Startschuss sein.“ Wichtig sei, dass „endich etwas gemacht und nicht nur geredet“ werde.
Tutzings Bürgermeister Ludwig Horn berichtete über ein Gespräch mit dem Verbandsgeschäftsführer, das er am selben Tag geführt hatte. Horn schlug vor, den genossenschaftlichen Gedanken grundsätzlich in Erwägung zu ziehen, dabei aber die Kooperation mit dem Verband zu suchen und dies nur als "mögliche Option" einzubringen. Tutzings finanzielle Lage hellt sich deutlich auf So wurde es dann auch im Beschuss formuliert.


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Mir ist wichtig zu betonen, warum ich die Idee einer Wohnungsbaugenossenschaft weiterhin für prüfenswert halte: Wohnungsbaugenossenschaften sind in Deutschland seit vielen Jahrzehnten eine bewährte Form, bezahlbaren und dauerhaft sozial orientierten Wohnraum zu schaffen. Gerade in Großstädten wie München tragen Genossenschaften und andere gemeinwohlorientierte Akteure wesentlich dazu bei, Haushalten mit kleinen und mittleren Einkommen ein sicheres Zuhause zu ermöglichen. Ich bedauere es sehr, dass der Gemeinderat sich diesem Vorschlag (zum jetzigen Zeitpunkt) nicht anschließen konnte.
Unabhängig von der offenen Entscheidung gehen wir als Initiatoren jetzt den nächsten Schritt, damit wir nicht weiter Zeit verlieren: Für Mitte März ist ein gemeinsamer Termin mit dem Verband Wohnen im Landkreis Starnberg vereinbart, an dem auch Bürgermeister Ludwig Horn, Michael Ehgartner und ich teilnehmen werden. In diesem Gespräch wollen wir gemeinsam ausloten, ob und in welcher Form eine Kooperation – gegebenenfalls auch mit einer noch zu gründenden Wohnungsbaugenossenschaft – dazu beitragen kann, das Projekt Schönmoos zügig und dauerhaft gemeinwohlorientiert zu realisieren.
Mein Ziel ist es, dem (dann neu gewählten) Gemeinderat eine Finanzierungslösung vorstellen zu können. In seiner neuen Zusammensetzung ist der Gemeinderat ja vielleicht auch der Genossenschaftsidee aufgeschlossener gegenüber. Mir und uns GRÜNEN ist es sehr wichtig, beim Thema "Bezahlbarer Wohnraum" ins Handeln zu kommen. Wir sind auch offen für Alternativvorschläge. Leider wurden bisher keine genannt. Nur darauf zu hoffen, dass der Verband Wohnen im nächsten Jahr vom Landkreis und den Kommunen bei immer knapper werdenden Kassen wieder die Wohnbauumlage gezahlt bekommt, ist uns zu wenig.