Bauplanung
3.6.2022
Von vorOrt.news

Grünes Licht für Tengelmann-Nachfolge

Gemeinderatsbeschluss mit Änderungswünschen – Zügiges Verfahren geplant

Der Gemeinderat hat für die Neubebauung an der Stelle des ehemaligen Tengelmann-Edeka-Markts im Ortszentrum grünes Licht gegeben. Der Beschluss, das Bebauungsplanverfahren fortzuführen, hat er aber mit einer Reihe von Änderungswünschen verbunden.

Bauhöhe etwas niedriger als zunächst vorgesehen

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"Heimat im Herzen von Tutzing" wollen die Eigentümer schaffen: Plakate im alten Supermarkt © L.G.

Lydia Knözinger-Ehrl vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München stellte am Mittwoch ein Konzept vor, das sich weitgehend an einen bereits im Januar präsentierten Entwurf des Stadtplaners Prof. Florian Burgstaller anlehnte. Allerdings fielen den Gemeinderäten etliche Unterschiede zu diesem ersten Entwurf auf. So waren Gauben breiter als bei diesem eingezeichnet, eine Dachterrasse war sogar doppelt so groß wie zunächst vorgesehen. In einer zweieinhalbstündigen Diskussion wurden Details der Planung intensiv beleuchtet.

Nach dem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss soll das Gebäude etwas niedriger werden als zunächst vorgesehen (13,50 Meter). Unter anderem wurde der Beschluss mit diesen Bedingungen verknüpft:

- Wegfallen sollen Balkons über dem kleinen Platz, der durchs Abrücken des Neubaus von der Hauptstraße entstehen soll.
- Gauben im Dachgeschoss auf der Seite der Hauptstraße sollen schmäler ausfallen als im neuen Konzept vorgesehen. Auch im ersten Entwurf waren sie schon schmäler eingezeichnet, später aber breiter.
- Eine Dachterrasse auf der Seite der Hauptstraße wird geduldet, sie soll aber kleiner werden als im neuen Konzept geplant. Auch im ersten Entwurf war sie kleiner vorgesehen.
- Regenerative Energieversorgung soll in das Konzept aufgenommen werden.

Bürgermeisterin Greinwald spricht von Irritationen: "Wir sind sehr wohlwollend"

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Die Neubauten sollen zwischen Intersport Thallmair (vorn links) und Vinzenz-Murr (hinten) entstehen. Rechts die Einmündung der Marienstraße. © Skizze: Prof. Florian Burgstaller

Bürgermeisterin Marlene Greinwald setzte sich im Gemeinderat nachdrücklich fürdas Projekt ein. „Wir müssen miteinander einen guten Weg und eine positive Lösung finden - das wäre mein Wunsch“, sagte sie. Über kritische Beurteilungen, auch bei vorOrt.news, zeigte sie sich irritiert. „Wir sind grundsätzlich sehr wohlwollend und in guter Zusammenarbeit unterwegs“, versicherte sie und fügte hinzu: „Der Gemeinderat will eine gute Ortsmitte.“ Die Eigentümer hatten zuvor Sorgen wegen der Planänderungen erkennen lassen. Sie hatten das Areal mit den fertigen Neubauten sogar schon zum Komplettverkauf angeboten, um die Finanzierungschancen zu verbessern.

Die Neubauten sollen den Raum zwischen dem Sportgeschäft Intersport Thallmair und dem Gebäude mit dem Geschäft Vinzenz-Murr weitgehend füllen. Das Grundstück umfasst 1850 Quadratmeter. Ein Hauptgebäude an der Hauptstraße („Vorderhaus“), von dieser aber um sechs Meter abgerückt, soll 31,6 Meter lang und 13,4 Meter breit werden. An der Hauptstraße sollen beidseits zwei so genannte Kopfbauten den durchs Abrücken von der Straße entstehenden Platz begrenzen. Rückwärtig ist ein weiterer Neubau („Hinterhaus“) geplant, mit 25,5 Metern Länge und 13,3 Metern Breite. Im Erdgeschoss des Vorderhauses soll es Geschäfte geben, ansonsten sollen in den Gebäuden mit zwei Obergeschossen und Dachgeschoss insgesamt 22 Wohnungen unterschiedlicher Größe entstehen.

Das Bebauungsplanverfahren soll in diesem Jahr durchgezogen und am 8. November mit dem Satzungsbeschluss beendet werden. Planerin Knözinger-Ehrl legte dafür einen konkreten Zeitplan vor:

Erarbeitung des Bebauungsplanentwurfs und Durchführungsvertrag
5. Juli Gemeinderatssitzung mit Billigung
18. Juli bis 19. August Auslegung
14. September Abwägung im Gemeinderat und gegebenenfalls erneute Auslegung
Satzungsbeschluss und Endfertigung
Ziel: 8. November 2022

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