Bauplanung
17.4.2022
Von vorOrt.news

Wohnungsbau in Kampberg gescheitert

Im Gewerbegebiet nicht erlaubt - Firma W.A.F.: „Beim Landratsamt keine Chance“

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Das Firmengelände von W.A.F. in Kampberg mit den Neubauten (rechts und hinten). Für Wohnungen wäre noch Platz gewesen - aber in einem Gewerbegebiet sind sie nicht zulässig. © W.A.F.

Die Firma W.A.F. hätte zusätzlich zu ihrem kürzlich eingeweihten Erweiterungsbau auch gern Wohnungen errichtet. Doch dieses Vorhaben ist gescheitert. „Das ging nicht, weil es ein Gewerbegebiet ist“, sagte Vorstandsmitglied Christian Lütgenau bei der Einweihungsfeier. „Da hatten wir beim Landratsamt keine Chance“, fügte er sichtlich enttäuscht hinzu. Die Wohnungen wären nach seinen Worten für die Mitarbeiter des Unternehmens gedacht gewesen, eine Vermietung auch an andere Personen wäre aber offenbar nicht ausgeschlossen gewesen. W.A.F. vergrößert seine Belegschaft deutlich. Die hohen Wohnpreise in der hiesigen Region erweisen sich wie bei vielen anderen Firmen als hinderlich dabei, neue Beschäftigte zu finden.

Vizelandrat Matthias Vilsmayer war bei der Einweihungsfeier als Vertreter von Landrat Frey anwesend – und er war der Adressat von Lütgenaus Bemerkung. Dass sie an ihn und das Landratsamt gerichtet war, empfand er als etwas unfair, sagte er später am Rande. Für kritisch hält Vilsmayer, der selbst Unternehmer ist, das alles nämlich selbst, wie er erkennen ließ. Ähnlich sieht es Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald, die ebenfalls dabei war und Lütgenaus Kritik mit anhörte. Gerade in diesen Zeiten des großen Wohnungsbedarfs zweifeln offenkundig beide, Greinwald wie Vilsmayer, am Sinn der scharfen Regelungen. Sie bestätigten die Problematik, sagten aber, es liege vor allem an der Gesetzeslage und ganz besonders an den Emissionsregelungen.

Bericht über die Einweihungsfeier von W.A.F:
„Studio Kampberg“ ist sendebereit

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Kommentare

Ich möchte hierbei den kritischen Tönen aus der Wirtschaft und der Kommunalpolitik ausdrücklich zustimmen.
Wir treten uns gesamtgesellschaftlich immer häufiger selbst ans Knie:
-> Werkswohnungen in unmittalbarer Nähe zum Arbeitsplatz? Ökologisch und wohnungspolitisch sehr sinnvoll, dennoch unmöglich.
-> Straßen- & Nachbarschaftsfeste? Als Gast geht man selbst gern hin, nur ums eigene Haus herum solls gerade nicht sein.
-> Laue Sommerabende im Biergarten? Werden immer häufiger & strenger beschnitten.
-> Kuhglocken? Kirchenglocken? Landen immer häufiger vor Gericht.
-> LKW, Auto & Motorrad? Unerträglich! Es sei denn man sitzt selbst am Steuer, oder lässt sich gerade von Amazon & Co. beliefern.
Und das waren nur ein paar Beispiele...

Nachtrag:
Exklusiv in Bayern möchte ich hier auch die 10H-Regel ausdrücklich erwähnen!
(Bearbeitet)