Bauplanung
29.8.2021
Von vorOrt.news

Umbaupläne auf der Ilkahöhe

Nutzungsänderung des Popphofs - Bauausschuss stimmt im Vorgriff auf Bebauungsplan zu

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Der Popphof heute. In seiner ursprünglichen Form stammt er aus dem Jahr 1445. © L.G.

Besucher der Ilkahöhe kennen das Nikolauskircherl, das Forsthaus, das Gut, den hoch gelegenen Grat und den grandiosen Ausblick auf See und Berge. Ganz in der Nähe des Forsthauses und der kleinen Kirche, aber etwas versteckt befindet sich ein alter Bauernhof, der in seiner ursprünglichen Form aus dem Jahr 1445 stammt: der Popphof oder später Freyhof. Er war dieser Tage Thema im Bau- und Ortsplanungsausschuss des Gemeinderats. Denn die Eigentümer des Guts Ilkahöhe wollen den Hof sanieren und umnutzen. Der Ausschuss hat dem Bauantrag zum Umbau und zur Umnutzung des Gebäudes einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Dabei berichtete das Bauamt über die Absicht, einen Bebauungsplan für die Ilkahöhe aufzustellen. Ein bestehender Bebauungsplan Nummer 44 „Ilkahöhe“ enthält zwar Festsetzungen für die dort befindlichen Gebäude. Der Popphof befindet sich aber nach Angaben der Gemeinde im planungsrechtlichen Außenbereich.

Dorfwüstung des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit

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Die meisten Besucher der Ilkahöhe werden den Hof aus dem 15. Jahrhundert kaum wahrnehmen: Vom Parkplatz aus sieht man neben der Kirche St. Nikolaus nur sein Dach. © L.G.

Der Popphof stand früher unter Denkmalschutz, der aber wegen vieler baulicher Veränderungen im Lauf der Zeit aufgehoben worden ist. Allerdings befindet sich der ehemalige Bauernhof nach Angaben des Bauamts innerhalb eines Bodendenkmals, das als „Dorfwüstung des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit“ bezeichnet wird. Unter einer Wüstung versteht man eine frühere, nicht mehr bestehende Siedlung. Oberzeismering hatte sich im Mittelalter zu einem Bauerndorf entwickelt. Der Münchner Kommerzienrat Max Kustermann hat Ende des 19. Jahrhunderts die Höfe im Ort aufgekauft und zu einem Gut zusammengefasst. Nur drei der ehemaligen Anwesen sind erhalten geblieben. Nach Angaben des Bauamts möchten die Eigentümer den ehemaligen Stall des Popphofs zu Wohn- und Arbeitszwecken mit Büroräumen umnutzen. Vorgesehen sind außerdem eine Änderung der Fassade durch Einbau von Fenstern sowie eine bessere Belichtung durch Einbau von Dachfenstern und Lichtkuppeln. Im gesamten Gebäude sollen eine Wohneinheit und größere Fläche für Büros und Besprechungen entstehen. Die Kubatur des Gebäudes soll aber nach Angaben des Bauamts unverändert bleiben.

Der Bauausschuss hat den Bauantrag im Vorgriff auf den künftigen Bebauungsplan befürwortet, die endgültige Entscheidung darüber liegt aber beim Landratsamt. Ob die deutliche Erweiterung der Wohn- und Arbeitsfläche innerhalb der bestehenden Kubatur genehmigt werde, habe das Landratsamt Starnberg zu entscheiden, erklärte das Bauamt. Dies richte sich nach dem Paragrafen 35 des Baugesetzbuchs, der das Bauen im Außenbereich regelt.

Dr. Ernst Lindl (CSU) begrüßte die Planung, sie habe nur Vorteile. Eine Kombination von Gewerbe und Wohnen habe es dort bisher nicht gegeben, sagte er. Bürgermeisterin Marlene Greinwald wies darauf hin, dass Umwandlungen von Bauernhöfen zu Wohnnutzungen auch in anderen Gebieten immer wieder gefragt seien.

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