Bauplanung
14.8.2021
Von vorOrt.news

Debatte über Hundepension in Obertraubing

Gemeinde empfiehlt Klärung strittiger Punkte mit dem Landratsamt

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Das Areal an der Deutenbergstraße in Obertraubing: Rote Schilder weisen auf freilaufende Hunde hin

Eine Hundeschule gibt es bereits im Tutzinger Ortsteil Obertraubing an der Deutenbergstraße. Nun ist dort auch eine Hundepension und eine Hundezucht geplant. Ein Wohnhaus in diesem Bereich soll zudem erweitert werden. Aber ob es dazu kommt, ist noch nicht sicher. Auf dem betreffenden Grundstück gab es in der Vergangenheit einige Probleme. Wegen einer Beseitigungsanordnung für ein widerrechtlich errichtetes Nebengebäude kam es zu einer Klage beim Verwaltungsgericht, die immer noch anhängig ist. Außerdem befindet sich das Grundstück im planungsrechtlichen Außenbereich und im Landschaftsschutzgebiet. Und schließlich gilt eine Privilegierung des Vorhabens als unklar, die aber wiederum als Voraussetzung für die Erweiterung des Wohngebäudes gilt.

Nach Auffassung des Tutzinger Bauamts liegt die Entscheidung in all diesen Punkten beim Landratsamt und bei den jeweiligen Fachbehörden. Im Bau- und Ortsplanungsausschuss des Gemeinderats war das Thema vor den Ferien recht umstritten. Zu der Hundepension gab es einige kritische Anmerkungen, so von Dr. Ernst Lindl (CSU) und von Stefan Feldhütter (Freie Wähler), die auf den schutzwürdigen Außenbereich verwiesen und durch das Vorhaben eine Veränderung des Gebietscharakters erwarteten. Bürgermeisterin Marlene Greinwald sagte zum einen, die Gemeinde habe familiengerechten Erweiterungen in Obertraubing stets befürwortet. Zum anderen bezeichnete sie aber den Emissionsschutz als wesentlich. Aufgrund von Erfahrungen an anderer Stelle warnte sie: „Sonst gibt es nur Ärger - und der kann extreme Ausmaße erreichen.“ Barbara Doll (UWG Traubing) befürchtete Verkehrsprobleme an der Deutenbergstraße, die besonders an Wochenenden oft zugeparkt sei.

Beschluss "mehrheitlich skeptisch" - trotz einiger positiver Stimmen

Andere Ausschussmitglieder beurteilten die Planung positiver. Christine Nimbach (fraktionslos) sagte, es handele sich baurechtlich um ein Mischgebiet: „Da empfinde ich den Lärm als nicht so schlimm.“ Florian Schotter (CSU) sah die Angelegenheit „wesentlich entspannter“ als einige seiner Ratskollegen. Immerhin gebe es dort schon Hunde, sagte er, und er wollte nicht erkennen, wo die Schwierigkeiten liegen sollen, wenn es noch ein paar mehr würden: „Wenn nicht dort, wo dann?“ Auch Dr. Joachim Weber-Guskar (FDP) meinte, er könne sich eine Hundezucht auf dem Grundstück vorstellen, wenn er auch Kritikpunkte in der Erweiterung des Wohngebäudes erkannte.

Trotz der unterschiedlichen Haltungen enthielt der Beschlussvorschlag schließlich die Formulierung, der Bauausschuss stehe dem Vorhaben mehrheitlich skeptisch gegenüber. Darüber schienen sich diejenigen, die die Planung eher positiv beurteilt hatten, zwar zu wundern - doch sie alle stimmten zu. Dem Bauwerber empfiehlt die Gemeinde nun mit dem Beschluss, ein Gespräch mit dem Landratsamt zu suchen.

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